Es sind Festspiele für italienische Formel-1-Fans. Mit Shootingstar Andrea Kimi Antonelli führt ein Italiener gerade die Fahrer-Weltmeisterschaft an. Deshalb dürften die Herzen der zigtausenden Tifosi, die am Rennwochenende in den Königlichen Park von Monza pilgern werden, wohl gespalten sein. Viele drücken Antonelli die Daumen, die anderen halten es mit Siebenfach-Weltmeister Lewis Hamilton und Ferrari. Der Brite hat aktuell 59 Punkte Rückstand auf Antonelli.
Der Hunger der Tifosi ist riesengroß. Seit Ludovico Scarfiotti im Jahr 1966 hat kein Italiener den Heim-Grand-Prix in Monza gewonnen. Er triumphierte damals ausgerechnet auf Ferrari. Der letzte Formel-1-Weltmeister aus Italien war Alberto Ascari 1953. Nun sorgt Antonelli für die Schlagzeilen – in einem Mercedes.
Da liegt ein Gedankengang für so viele motorbegeisterte Formel-1-Fans aus Italien nahe: Könnte Antonelli, aktuell an Mercedes gebunden, in absehbarer Zeit für die Scuderia fahren? Eine Überlegung, zu der Formel-1-Experte und Ex-Pilot Ralf Schumacher eine klare Meinung hat.
"Stell dir vor, er wäre in Rot und könnte das Rennen gewinnen. Monza müsste renoviert werden. Im Ferrari wäre das der absolute Traum", erklärte Schumacher im Podcast "Backstage Boxengasse" von "Sky". Und ergänzte dann: "Ich weiß eines ganz genau: Wenn Kimi seine Karriere so fortsetzt, wie er es tut und nichts dazwischenkommt, wird Kimi irgendwann in einem Ferrari sitzen." Das wisse auch Mercedes-Teamchef Toto Wolff, der größte Antonelli-Förderer. Es würde der Punkt kommen, an dem man loslassen müsse. Dafür müsse aber freilich auch Ferrari ein schlagkräftiges Team haben. "Es ist immer ein Up and Down", meinte Schumacher.
Derartige Gedankenspiele seien aber wohl noch einige Jahre entfernt. "Der Nächste in der Reihe wird vermutlich einmal Oliver Bearman sein", führte der Deutsche aus. Zeitgleich gibt es allerdings Spekulationen, dass in Monza die Vertragsverlängerung von Hamilton bei Ferrari bekannt gegeben werden könnte – womöglich sogar bis Jahresende 2028. Die Gerüchte halten sich jedenfalls hartnäckig.
"Er fährt um die WM mit, gar keine Frage. Trotzdem stellt sich die Frage, was will ich haben. Das stört mich an dem neuen Reglement und den neuen Reifen", meinte Schumacher. Ältere Fahrer hätten nur deshalb noch eine Chance, "weil die Formel 1 nicht mehr so am Limit ist. Das ist auch, was Max Verstappen beklagt". Der Ex-Pilot sprach damit das Energiemanagement, das Reifenmanagement an. "Es ist aber auch ein bisschen schade für den Nachwuchs. Die Verweildauer wird immer länger in der Formel 1", erklärte der 51-Jährige.