Schwab nach Rapid-Ende: "Meine Reise geht nun weiter"

Stefan Schwab wagt ein neues Abenteuer.
Stefan Schwab wagt ein neues Abenteuer.picturedesk.com
Nach monatelangen Gesprächen steht der Abgang von Rapid-Kapitän Stefan Schwab fest. Das Ausland ruft. Ein "Heute"-Rückblick. 

Rapid benötigt einen neuen Kapitän. Das steht seit Mittwoch endgültig fest. Auch die letzten Versuche von Zoran Barisic, Stefan Schwab einen Verbleib schmackhaft zu machen, scheiterten. "Wir haben alles wirtschaftlich Mögliche versucht, um ihn zu halten", erklärt der Sportchef. "Wir sind auch unter den aktuellen Corona-Rahmenbedingungen so weit gegangen, wie es für uns als Verein unter Maßgabe der Vernunft noch möglich war." Im Klartext: Das Angebot war nicht gut genug, Schwab kann im Ausland weit mehr verdienen. Mit 29 Jahren ist es zudem wohl die letzte Chance, ein Leben als Legionär kennenzulernen.

Bruder führte Verhandlungen

Die Verhandlungen mit den Hütteldorfern führte Schwabs Bruder Roland, der als Manager fungiert. Bereits im Sommer 2019 starteten die Gespräche. Im Oktober, also lange vor der Corona-Pandemie, zeichnete sich erstmals ab, dass es bis zur Unterschrift ein langer Weg ist. Denn selbst nach dem dritten Treffen konnte keine Einigung erzielt werden.

Schwab erklärte immer wieder, dass nicht nur Geld für ihn den Ausschlag gibt. Wichtig sei ihm das Umfeld und die sportliche Perspektive. Einen Rapid-Verbleib koppelte er an die Europacup-Teilnahme. "Wenn wir nächstes Jahr international dabei sind, dann ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass ich bleibe", meinte er noch im Februar gegenüber "Heute".

Doch dann kam der Corona-Hammer, Sponsoren brachen weg  – und die Situation spitzte sich zu. Rapid legte das ausverhandelte Angebot zurück in die grün-weiße Schublade, konnte sich die Dienste des Kapitäns plötzlich nicht mehr leisten. 

Abschied kündigte sich an

Mit der Zeit dämmerte beiden Seiten, dass die Geschichte kein "Happy End" nehmen wird. "Wir müssen ohne Schwab planen", gestand Barisic am Montag im "Heute"-Gespräch. Und auch der Mittelfeld-Motor, der schon seit drei Wochen beim AMS gemeldet ist, hatte sich längst um Alternativen umgesehen. Bristol City, die Queens Park Rangers und Blackburn wurden in englischen Medien als Interessenten genannt, in der zweiten deutschen Liga soll es ebenfalls Optionen gegeben haben.

Schwabs Traum war aber bis zuletzt die Serie A. Lecce galt als heißer Kandidat. Die Süditaliener bangen jedoch vor dem Abstieg – erst nach der letzten Runde am Sonntag herrscht Klarheit.

Doch kann der Ex-Rapidler so lange warten? In Griechenland spitzt man nämlich ebenfalls auf den Jungpapa. PAOK Saloniki gab ein Abgebot ab, das Schwab schmecken würde. Am Donnerstag begibt er sich daher nach Thessaloniki, um sich vor Ort ei Bild zu machen – und einen Medizincheck zu absolvieren.

Danach folgt entweder die Unterschrift – oder ein Rückzieher. Aufregend werden die kommenden Stunden allemal, vor allem für Schwab selbst. "Meine Reise geht nun weiter und ich werde euch in den kommenden Tagen darüber informieren wohin sie gehen wird", schreibt er auf Facebook.

Starke Bilanz

Schwab kam 2014 von der Admira zu Rapid. In sechs Saisonen bestritt er 241 Pflichtspiele, in denen er 51 Tore erzielte. 2017 übernahm der 29-Jährige von Steffen Hofmann die Kapitäns-Schleife. Der Kicker mit der Rückennummer acht wurde mit den Hütteldorfern drei Mal Vizemeister, eine Trophäe blieb ihm aber verwehrt. 

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SK Rapid WienStefan Schwab

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