Einen Tag nach dem Erstrundensieg für Jürgen Melzer sind Tamira Paszek und Andreas Haider-Maurer bei den All England Tennis-Meisterschaften in Wimbledon gleich zum Auftakt ohne Satzgewinn ausgeschieden.
Auch Yvonne Meusburger ereilte das gleiche Schicksal.
Die Vorarlbergerin unterlag am Dienstag der Rumänin Alexandra Cadantu in 75 Minuten glatt mit 2:6,5:7, Haider-Maurer dem ungesetzten Japaner Go Soeda zwei Stunden später mit 6:7(6),5:7,1:6. Die Turnierfavoriten Novak Djokovic (SRB) sowie Serena Williams (USA) gaben sich in ihren Auftaktmatches hingegen keine Blößen.
Die Niederlage der mit einer Oberschenkelverletzung nach London gereisten Vorjahres-Viertelfinalistin Paszek gegen die 30 Plätze hinter ihr liegenden Rumänin kam zwar nicht ganz überraschend, tat aber doppelt weh. Denn damit fallen Paszek auch die 500 Zähler aus dem Vorjahr aus der Wertung, die 22-jährige Vorarlbergerin wird damit nach Wimbledon vom derzeit 57. Rang auf eine Position außerhalb der Top 100 abrutschen.
"Hatte mir zu viel vorgenommen"
"Ich bin sehr enttäuscht", gab Paszek nach der Niederlage unumwunden zu. "Ich hatte mir vielleicht schon zu viel für heute vorgenommen. Dabei hätte ich schon froh sein müssen, dass ich überhaupt auf dem Platz stehe", erklärte die Dornbirnerin, die aber gar nicht so sehr die Oberschenkel-Schmerzen verantwortlich machte. "Diesbezüglich ging es. Aber die Power war einfach nicht da. Ich stand in der letzten Woche nur zwei Stunden auf dem Trainingsplatz", erklärte die in Wimbledon als 28. gesetzt gewesene Paszek.
Die junge Profispielerin muss sich nun auf harte Zeiten gefasst machen. "Ich hatte in diesem Jahr das größte Verletzungspech. Vor Madrid habe ich dann auch noch einen Virus bekommen, der so ähnlich ist wie Pfeiffer. Ich hatte Lungenprobleme, habe nur gehustet", erklärte sie rückblickend ihren Rückfall. Nach einem weiteren Bluttest in Eastbourne weiß sie zwar, dass das Virusproblem jetzt überstanden ist. "Aber den Trainingsrückstand merke ich einfach. Ich schnappe auf dem Platz nach Luft. Ich habe sehr viel Arbeit vor mir in den nächsten Wochen."
"Schwer, nach vorne zu schauen"
Paszek weiß, was auf sie zukommt. "Es ist jetzt schwer, positiv zu bleiben und nach vorne zu schauen. Aber ich darf den Kopf nicht hängen lassen. Ich brauche jetzt etwas Zeit für mich, Abstand vom Tennis. Ich will wieder fit werden und dann geht es weiter." Laut eigenen Aussagen steht Paszek in Stanford und San Diego noch im Hauptfeld. "Danach muss ich schauen. Die Challenger sind sicher eine Option, um Matchpraxis zu bekommen." Bei den US Open müsse sie sich aber wohl oder übel auf die Qualifikation einstellen.
"Momentan ist es wohl die schlimmste Phase meiner Karriere", gestand die Vorarlbergerin offen ein. "Es ist sehr schmerzhaft - heavy." Verzweifeln werde sie deshalb aber nicht. "Meine Freunde, meine Familie und mein Team sind für mich da. Da muss ich jetzt einfach durch."
Haider-Maurer nach 116 Minuten besiegt
Für Österreich zeichnete sich damit am Dienstag eine bedauerliche "Nullnummer" im Einzel ab. Nachdem es dem Weltranglisten-108. Haider-Maurer (26) nicht gelang, wie 2011 die zweite Runde zu erreichen, war "AHM's" zweiter Hauptfeld-Auftritt auf dem "Heiligen Rasen" an der Church Road diesmal schon in Runde eins zu Ende. Obwohl der Japaner Go Soeda in der Weltrangliste hinter ihm liegt, war das Match nach nur 116 Minuten vorbei.
Später am Dienstag war Yvonne Meusburger gegen die als Nummer vier gesetzte Polin Agnieszka Radwanska klare Außenseiterin. Das zeigte sich auch im Match: Meusburger ging 1:6,1:6 unter. Für den einzigen Tagessieg sorgte Alexander Peya an der Seite des Brasilianers Bruno Soares im Doppel. Nur noch Jürgen Melzer ist damit aus ÖTV-Sicht noch im Einzel-Hauptbewerb der All-England-Tennis-Championships mit dabei. Der Niederösterreicher hatte seine Erstrundenpartie schon am Montag gewonnen, er trifft in Runde zwei auf den Deutschen Julian Reister.