Österreicher nur Statisten

Schweizer fährt mit entfesselter Fahrt zu Olympia-Gold

Die erste Goldmedaille der Olympischen Spiele geht an die Schweiz. Franjo von Allmen gewinnt die Abfahrt. Die Österreicher waren nur Statisten.
Sport Heute
07.02.2026, 12:40
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Kaiserwetter in Bormio und die berüchtigte Stelvio in perfektem Zustand: Die besten Skifahrer der Welt fanden bei der ersten Medaillen-Entscheidung von insgesamt 116 bei den Olympischen Spielen perfekte Bedingungen vor – für ein Abfahrtsspektakel war gesorgt. Der einzige Wermutstropfen aus österreichischer Sicht: Mit den Medaillen hatten die ÖSV-Stars leider nichts zu tun.

Vincent Kriechmayr schrammte um 27 Hundertstel am Podest vorbei, landete auf dem sechsten Platz. Auch Daniel Hemetsberger (7.) schaffte es in die Top 10, hatte aber bereits knapp eine Sekunde Rückstand. Raphael Haaser und Stefan Babinsky lagen weit zurück.

Schweizer verhindert italienische Festspiele

Ein Schweizer stahl am Samstag-Vormittag allen die Show. Franjo von Allmen fuhr mit einer entfesselten und kompromisslosen Fahrt zu Olympia-Gold. Weder Ski-Gigant Marco Odermatt noch Shootingstar Giovanni Franzoni konnten ihm das Wasser reichen. Der italienische Lokalmatador (+0,20) kam ihm noch am nächsten und wurde Zweiter. Das Podest komplettierte Alt-Star Dominik Paris (+0,50), holte Bronze – und damit mit 36 Jahren seine erste Olympia-Medaille.

Für Weltcup-Dominator Odermatt wurde es nichts mit Edelmetall, er landete auf dem unrühmlichen vierten Platz und musste sich mit Blech zufriedengeben. "Natürlich enttäuschend, eine Medaille habe ich mir schon erhofft, vor allem, weil es eine fehlerlose Fahrt war", versuchte der bedrückte Schweizer im Ziel zu erklären, wieso es nicht für Edelmetall gereicht hat. An den Verhältnissen lag es jedenfalls nicht: Die Piste präsentierte sich "brutal", wie ORF-Kameramann Joachim Puchner bei seiner Fahrt zu spüren bekam. Für den Sieg, war er sich sicher, benötige man eine „mutige und verrückte” Fahrt – und genau das lieferte Von Allmen: eine Fahrt am Limit.

Die Ergebnisse der ÖSV-Stars

Vincent Kriechmayr kratzte zwischenzeitlich an den Medaillenrängen, verlor aber im Mittelteil zu viel Zeit, was ihm einen Podestplatz kostete. Vor allem die berüchtigte Traverse fuhr er nicht optimal, wusste er im "ORF"-Interview. Damit muss er auch bei seinem dritten olympischen Großereignis weiterhin auf seine erste Medaille warten.

Daniel Hemetsberger ging nach seinem schweren Sturz im zweiten Training direkt mit Startnummer eins ins Rennen. Mit gebrochener Nase, zugeschwollenem Auge und Tape im Gesicht zeigte der Sturzpilot eine fehlerfreie, aber in manchen Bereichen zu verhaltene Fahrt. "Ich bin froh, dass ich heute überhaupt fahren habe können. Ich habe alles probiert, aber es war leider zu wenig", resümierte der Österreicher nach turbulenten Tagen.

Raphael Haaser spielte nur eine untergeordnete Rolle, auch er konnte für keine österreichische Überraschung sorgen. 1,89 Sekunden Rückstand sind gleichbedeutend mit dem 14. Platz. Stefan Babinsky lag noch weiter zurück. Bereits im oberen Teil war klar, dass es für eine Top-Platzierung nicht reichen würde. Im Ziel lag er mehr als drei Sekunden zurück, landete nicht unter den 20 besten Fahrern.

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 07.02.2026, 14:19, 07.02.2026, 12:40
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