Sport

Schweizer Wind-Lotterie! Polnischer Doppel-Sieg

Heute Redaktion
14.09.2021, 15:30

In der Wind-Lotterie von Engelberg wurden die Österreicher ordentlich verblasen. Lichtblick war Youngster Thomas Diethart, der den vierten Platz holte, lediglich 0,3 Punkte haben auf Rang drei gefehlt. Der Pole Jan Ziobro feierte seinen ersten Sieg vor Landsmann Kamil Stoch und dem Norweger Anders Bardal. Pech hatte Gregor Schlierenzauer, der nur auf Platz 26 landete.

Mit einer Überraschung endete am Samstag die erste von zwei Weltcup-Skisprung-Konkurrenzen vor der Weihnachtspause in Engelberg. Der 22-jährige Pole Jan Ziobro gewann sensationell vor seinem Landsmann Kamil Stoch sowie Anders Bardal (NOR). Überraschend bester Österreicher war Thomas Diethart als Vierter. Gregor Schlierenzauer verlor mit Rang 27 allerdings das Gelbe Trikot um acht Punkte an Stoch.

Für den Niederösterreicher Diethart, der erstmals außerhalb Österreichs bei einem Weltcup am Start war, gab es allerdings trotz des nur um 0,3 Punkte verpassten ersten Podestplatzes Grund zum Jubel. Der 21-Jährige bestätigte den fünften Zwischenrang nach einem 129,5-m-Sprung nicht nur, sondern verbesserte sich mit 135,5 Metern sogar noch auf Platz vier.

Zweitbester Österreicher wurde Qualifikationssieger Wolfgang Loitzl, der mit Rang acht sein bestes Saison-Resultat schaffte und ein kräftiges Lebenszeichen in Richtung Vierschanzen-Tournee (ab 28.12.) gab.

Diethart überrascht

Für Gregor Schlierenzauer bedeutete Rang 27 hingegen eine Enttäuschung auf jener Schanze, auf der er zuvor schon vier Mal gewonnen hatte. Der Tiroler verlor seine Weltcupführung an Weltmeister Stoch. Dies wäre also durchaus ein Grund, den Bewerb aus ÖSV-Sicht mit gemischten Gefühlen zu betrachten. "Ich sehe es positiv, weil wir eine gute Entscheidung getroffen haben, dass wir einmal einen Wechsel machen, besonders mit Diethart. Dabei ist er gar nicht als Nummer eins vom Konti-Cup gekommen, aber war zweimal Sechster", erklärte Cheftrainer Alexander Pointner am Samstag gegenüber der APA. "Der Weltcup ist das Größte für ihn, genauso hat er agiert. Schlussendlich ist er vor dem zweiten Durchgang um den Sieg mitgesprungen. Er hat mächtig zum Stockerl hingeschnuppert."

Auch mit Loitzl, von dem Pointner nach dem Qualisieg insgeheim noch mehr erhofft hatte, Stefan Kraft (12.) und Andreas Kofler (14.) zeigte sich Pointner zufrieden. "Wir haben vier Leute unter den ersten 15 und das ohne Schlierenzauer und Morgenstern." Zudem freute sich Pointner, dass Michael Hayböck mit zwei Kontinentalcup-Siegen in Lahti den siebenten Quotenplatz geholt hat. "Das ist natürlich eine mächtige Visitenkarte für ihn."

Schlierenzauer enttäuschend

Der Wermutstropfen war freilich Schlierenzauers Auftritt. "Zunächst einmal ist er sicher nicht gut gesprungen. Die Dinge, die wir von der Position versuchen zu optimieren, hat er nicht umgesetzt", gestand Pointner. Dann sei dazugekommen, dass es im zweiten Durchgang bei immer mehr Rückenwind sehr ungünstig für ihn gelaufen sei. "Die Jury hat gemerkt, dass es mit der Anlaufgeschwindigkeit mit dem starken Rückenwind nicht mehr geht und man hat nach ihm verkürzt, obwohl die Entscheidung schon vor ihm getroffen worden ist, wie ich mitbekommen habe. Das ist ein bisserl ärgerlich." Die Diskussionen über die Verlängerung um zwei Luken waren gerade abgeschlossen, als der freilich nicht unterbrochene Wettkampf mit Schlierenzauer schon weiterging.

In Abwesenheit der Japaner, die Engelberg für einen Weihnachtstrip in die entfernte Heimat ausließen, gab es für die Deutschen wenig Grund zur Freude. Severin Freund stürzte, kam aber unverletzt davon. Erstmals im Olympia-Winter kam kein DSV-Athlet in die Top Ten, Andreas Wank war als 13. bester Deutscher. "Wir sind schlecht gesprungen. Heute ist alles schief gelaufen. Das Ergebnis ist natürlich enttäuschend", bilanzierte DSV-Bundestrainer Werner Schuster ohne Wenn und Aber. An der Spitze überzeugte der 22-jährige Ziobro, der als Halbzeitleader bei besser gewordenen Bedingungen auf 141 m segelte und den Schanzenrekord egalisierte.

Das Ergebnis:

1. Jan Ziobro (POL) 275,4 (134,0/141,0)

 2. Kamil Stoch (POL) 269,2 (129,0/137,5)

 3. Anders Bardal (NOR) 268,3 (131,0/140,0)

 4. Thomas Diethart (AUT) 268,0 (129,5/135,5)

 5. Jakub Janda (CZE) 261,7 (129,5/131,5)

 6. Piotr Zyla (POL) 261,3 (130,5/131,5)

 7. Klemens Muranka (POL) 260,4 (130,0/134,0)

 8. Wolfgang Loitzl (AUT) 259,4 (129,5/133,5)

 9. Ole Marius Ingvaldsen (NOR) 258,4 (129,5/132,0)

10. Anders Fannemel (NOR) 257,1 (129,5/134,0)

weiters:

12. Stefan Kraft (AUT) 251,4 (127,5/129,0)

14. Andreas Kofler (AUT) 248,2 (125,5/127,0)

27. Gregor Schlierenzauer (AUT) 235,4 (124,5/118,0)

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