Ist das der Vorgeschmack auf eine langen und unschönen Wahlkampf? Die Diskussionen rund um einen ÖVP-Netzwerker, der in der Corona-Krise um 4,5 Millionen Euro Schutzausrüstung an das Land OÖ bzw. die oö. Gesundheitsholding verkauft hat (wie berichteten), ist eine Facette reicher.
Am Freitag fuhr ÖVP-Landesgeschäftsführer Wolfgang Hattmannsdorfer gegen seinen Konterpart in der SPÖ, Georg Brockmeyer, auf. Der soll, so Hattmannsdorfer in einer Aussendung, am Donnerstag mit einem Kamerateam bei einem Mehrparteienhaus aufgetaucht sein, in dem ein Lieferant von Schutzausrüstung mit seiner Frau und drei Kindern lebt.
Hattmannsdorfer weiter: "Brockmeyer, der zunächst unter dem Vorwand, er wolle eine Reportage über den Stadtteil machen aufgetreten war, musste aufgefordert werden, den Privatgrund zu verlassen, weil sich die Bewohnerin mit ihrer Schwester von Brockmeyer und seinem Kamerateam belästigt fühlte."
"Dass die SPÖ in die Privatsphäre von Bürgern eindringt, ist ein widerlicher Stil, den wir nur aus dem Ausland kennen. Dieser Stil hat in Oberösterreich nichts verloren“, poltert Hattmannsdorfer.
In der Causa rund um den Verkauf von - angeblich überteuerter - Schutzausrüstung von dem ÖVP-Netzwerker an das Land, betont Hattmannsdorfer, dass alles rechtes gewesen sei.
Brockmeyer zeigt sich auf Nachfrage von "Heute" überrascht. "Das stimmt so nicht. Ich habe zwar ein Video gemacht, aber wir haben niemand belästigt oder gar gefilmt. Wir sind immer auf öffentlichen Grund gestanden", erklärt er.
Zur Erklärung: Brockmeyer veröffentlicht jeden Freitag ein Video zu aktuellen politischen Fragen. "Diesmal ging es um den Ankauf der Schutzkleidung und deshalb haben wir vor dem Firmensitz der betroffenen Firma Halt gemacht", so Brockmeyer weiter.