Sebastian Kurz unter korruptesten Politikern des Jahres

Ein turbulentes Jahr für Sebastian Kurz neigt sich dem Ende zu: Jetzt wurde auch noch für ein Negativ-Ranking nominiert. 
Ein turbulentes Jahr für Sebastian Kurz neigt sich dem Ende zu: Jetzt wurde auch noch für ein Negativ-Ranking nominiert. HERBERT NEUBAUER / APA / picturedesk.com
In einer Reihe mit Despoten und Diktatoren: Eine Jury kürte Ex-Kanzler Sebastian Kurz zu einem der korruptesten Politiker des Jahres. 

Postenschacher rund um den Öbag-Chefsessel, Ermittlungen gegen Ex-Kanzler Sebastian Kurz wegen Falschaussage sowie die Skandalaffäre rund um frisierte Umfragen und gekaufte Berichterstattung: Das Jahr 2021 stürzte die türkise ÖVP rund um den damaligen Parteichef und Bundeskanzler Sebastian Kurzin eine tiefe Krise. Nun würdigt eine internationale Journalistenjury diese mutmaßlich kriminellen Machenschaften mit einer Negativ-Auszeichnung für den mittlerweile in den Politruhestand getretenen ehemaligen Regierungschef. 

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Das Recherchenetzwerk OCCRP kürte die "Person des Jahres 2021 im Bereich Organisierte Kriminalität und Korruption". Kurz war dabei unter den fünf Finalisten, gemeinsam mit Alexander Lukaschenko, dem syrischen Präsidenten Bashar al-Assad,  dem türkischen Staatschef Recep Tayyip Erdogan sowie dem afghanischen Ex-Präsidenten Ashraf Ghani. Den Negativpreis sicherte sich letztlich der weißrussische Machthaber Lukaschenko. 

Wahl fiel einstimmig aus

"Kurz war Chef der österreichischen Volkspartei (ÖVP), der, gemeinsam mit neun anderen Politikern und Zeitungsleuten der Untreue und Schmiergeldzahlung beschuldigt wurde", begründete OCCRP-Mitgründer und Enthüllungsjournalist Drew Sullivan die Nominierung für Kurz, der erst vor wenigen Wochen Vater wurde.

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Dennoch sei die Wahl heuer erstmals einstimmig für Lukaschenko ausgefallen, teilte das Investigativnetzwerk mit. "Es war ein besonders erfolgreiches Jahr für Korruption, aber Lukaschenko stach aus der Gruppe heraus", so Sullivan. Insgesamt sechs Journalisten und Experten hätten die Wahl getroffen. Es habe 1.167 Nominierungen gegeben. 

Lukaschenko habe staatliches Geld an nahestehende Oligarchen weitergeleitet, ein Ryanair-Flugzeug zur Landung gezwungen, mit dem Anlocken von Migranten eine Flüchtlingskrise an der EU-Außengrenze ausgelöst und Falschinformationen über Covid-19 verbreitet, zählte das Recherchenetzwerk auf.

Sullivan sagte weiter, dass Ghani die Auszeichnung wohl auch verdient hätte. "Seine Korruption und Inkompetenz waren atemberaubend", sagte der OCCPR-Experte mit Blick auf den afghanischen Präsidenten, der das Land fluchtartig bei der Machtübernahme der Taliban verlassen hatte. Assad habe sein Land in einen zerstörerischen Bürgerkrieg geführt und "hunderte Millionen Dollar gestohlen". Erdogans korrupte Regierung habe über staatliche Banken chinesisches Geld für iranisches Öl gewaschen.

Bisherige Preisträger sind der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro (2020), der maltesische Regierungschef Joseph Muscat (2019), die in einen milliardenschweren Geldwäscheskandal involvierte Danske Bank (2018), der philippinische Präsident Rodrigo Duterte (2017), der venezolanische Präsident Nicolas Maduro (2016), der montenegrinische Präsident und damalige Premier Milo Djukanovic (2015), der russische Präsident Wladimir Putin (2014), das rumänische Parlament wegen der Lockerung von Korruptionsstrafen (2013) sowie der aserbaidschanische Präsident Ilham Aliyev (2012).

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