Kurz vor ihrem bevorstehenden Abschied vom Tatort und ihrer Kult-Rolle als Kommissarin Bibi Fellner noch in diesem Jahr, blickt die österreichische Schauspielerin Adele Neuhauser (67) auf ihre Karriere zurück. Für das ORF-Format "Aus dem Archiv" spricht sie ehrlich über Selbstzweifel, Perfektionismus, und warum sie sich selber nur schwer auf der Leinwand sehen kann.
Erst mit Mitte 40 erreichte Neuhauser große Bekanntheit mit ihrer Arbeit als Schauspielerin. Insbesondere die Serie "Vier Frauen und ein Todesfall", welche erstmals 2005 ausgestrahlt wurde, katapultierte sie ins Rampenlicht. Doch die 67-Jährige ist rückblickend froh über ihren "späten" Durchbruch: "Ich hatte das große Glück, dass ich erst spät so in diese große Sichtbarkeit gekommen bin," erzählt sie im ORF-Talk.
Inzwischen schaut sie gern auf ihr Lebenswerk zurück - allerdings nur unter bestimmten Bedingungen: Sie schaut Projekte nur gerne an, wenn diese schon lange in der Vergangenheit liegen. "Ich freue mich zurückzuschauen und ich schaue gerne mit Abstand meine Arbeit an," so Neuhauser. Projekte aus der jüngeren Vergangenheit hingegen meidet sie bewusst. Denn obwohl die Schauspielerin als absoluter Publikumsliebling gilt, fällt ihr der Blick auf sich selbst alles andere als leicht.
Neuhauser gibt ehrlich zu: "Wenn ich sie direkt nach Beendigung anschaue, habe ich immer große Schwierigkeiten mit mir. Ich sehe immer die Fehler." Erst mit der Zeit ändert sich dieser Blick auf ihre eigene Kunst, denn sie erzählt lachend: "Mit Abstand bin ich manchmal sehr überrascht und sehr zufrieden."