"Ich bin echt fertig. Aber ich bin wirklich super-, super-glücklich mit den zwei Medaillen. Es bedeutet mir viel, denn mit jedem Jahr, das ich älter werde, erwartet jeder, dass es immer besser geht."
Historischer Ski-Tag für Österreich
Das sagte Marcel Hirscher nachdem er – wieder einmal – die Ski-Nation Österreich gerettet hatte. Die einzige Goldmedaille für Österreich bei der Ski-WM in Aare holte, sich zum erfolgreichsten WM-Teilnehmer aller Zeiten kürte – mit sieben Gold und vier Silber-Medaillen noch vor Toni Sailer.
Den hat Hirscher natürlich nicht mehr fahren gewesen – so wie auch Ingemar Stenmark. Dem Schweden war es so wie Hirscher gelungen, drei Mal den WM-Slalom in Serie zu gewinnen.
"Ich fühle mich leichter als vor der WM"
"Die größte Emotion ist, dass der Druck von meinen Schultern ist, ich fühle mich leichter als vor der WM", gab er zu.
Hirscher konnte auch eine Krankheit nicht niederstrecken. Dank Hendlsuppe und viel Schlaf war er im Riesentorlauf halbwegs auf der Höhe – Silber. Im Slalom, wo auch Minusgrade und der Kurs von Trainer Mike Pircher in Lauf eins halfen, fuhr er dann dem Rest der Welt davon – Gold!
"Ich bin müder als normal"
"Ich bin gesünder als vor vier Tagen", meinte er danach. "Aber ich bin müder als normal, deshalb seht ihr weniger Emotion und Kraft in den Interviews und Fotos."
Hirscher wirkte erleichtert, aber nicht euphorisch. "Jetzt bin ich entspannt, ich habe die Erwartungen erfüllen können, ich bin dem gerecht geworden. Was man von mir erwartet, habe ich umsetzen können, das ist dann Genugtuung."
Dann sprach er etwas aus, was viele Ski-Fans nicht hören können. Er brachte das Ende seiner imposanten Karriere ins Spiel.
"Wahrscheinlich sind das meine letzten Weltmeisterschaften. Von dem her wäre das ein sehr schöner und runder Abschluss."
Hört er schon nach dieser Saison auf? Nicht auszuschließen.
"Es sind noch zehn Rennen, dann werden wir sehen. Ich werde eine Pause machen, dann werden die Dinge klarer sein als jetzt."
(mh)