Home Office statt Öffi-Chaos

"Seid's es deppat"– S-Bahn-Sperre trifft Pendler hart

Die (erneute) Sperre der Stammstrecke betrifft nicht nur Wiener. Auch Pendler aus NÖ müssen leiden, brauchen Geduld. "Heute" war am Praterstern.
Christian Tomsits
06.07.2026, 21:58
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Abfahrt Richtung Floridsdorf? Gestrichen! Seit Samstag verdeckt ein gelb-schwarzes Klebeband am Bahnhof Praterstern den Schriftzug für Floridsdorf. Wieder einmal stehen die S-Bahnen auf der wichtigen Stammstrecke still. Diesmal dauert die Renovierungen der Trasse bis zum 6. September 2026 an. Ab dann wird die S-Bahn zwischen Praterstern und Hauptbahnhof gesperrt.

Thomas ist von den wiederholten Bauarbeiten nur noch genervt.
Helmut Graf

"Seids es deppat", grantelt Thomas aus dem Wien-Wieden. Er muss täglich in die Brünner Straße zur Arbeit, braucht schon jetzt 20 Minuten länger als gewohnt. "Es ist jetzt schon nervig", zieht er am persönlichen ersten Tag im Schienenersatzverkehr in "Heute"sein erstes Fazit. Doch ab Herbst "wird’s die reinste Katastrophe, dann muss ich dreimal umsteigen und brauche statt 33 Minuten eine Stunde und 10 Minuten", so der Filialleiter-Stellvertreter eines Spielzeuggeschäfts.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

Ab 7. September 2026 bis Ende Oktober 2027 ist bekanntlich die Stammstrecke zwischen Wien Praterstern und Wien Hauptbahnhof für 14 Monate gesperrt. "Die Chinesen bauen eine Brücke in vierzehn Tagen und die sperren zum dritten Mal in Folge", versteht er die Welt nicht mehr.

Ab 4. Juli sind Teilstrecken der S-Bahn-Stammstrecke und der S80 gesperrt.
ÖBB Infrastruktur 2026
Alexandra aus Stockerau darf bald ins Home-Office wechseln, weil sie statt 40 Minuten fast zwei Stunden ins Büro brauchen würde.
Helmut Graf

Home-Office statt Öffi-Chaos

Pendlerin Alexandra aus Stockerau trifft es noch härter: Die 36-jährige QA-Analystin muss nach Wien Mitte in ihr Büro, ist bereits jetzt schon von der U4-Zweiteilung betroffen. Die U4 verkehrt bis 3. August nur zwischen Heiligenstadt und Schwedenplatz sowie zwischen Hütteldorf und Landstraße, fährt nicht von Spittelau nach Wien-Mitte durch. "Auch die Sperre ab Korneuburg betrifft mich", wird die Niederösterreicherin vor eine echte Geduldsprobe gestellt.

Denn ab 10. August bis 6. September 2026 sind auch die Strecken zwischen Floridsdorf und Jedlersdorf, Gerasdorf und Süßenbrunn gesperrt. Ihr Zug aus Stockereu endet dann in Floridsdorf, von dort fährt sie der Bus nur bis Praterstern, nach Wien Mitte kommt sie nicht. "Mein Arbeitgeber hat mir schon Home-Office für diese Zeit zugesichert", ist sie erleichtert. Statt 40 Minuten würde sie dann rund eineinhalb Stunden brauchen – "im Best-Case-Szenario", betont sie.

15 statt 9 Minuten – so lange dauert die Strecke jetzt

Dennoch: Die Busse kommen in kurzen Intervallen an, selbst zu Stoßzeiten zwischen 6 und 7 Uhr morgens lief trotz eines kurzzeitigen Gedränges um die besten Plätze alles friedlich ab. Zuvorkommende Bus-Koordinatoren begrüßen Fahrgäste, geben hilfreiche Reise-Tipps. Für die Strecke zwischen Praterstern und Floridsdorf, für die die S-Bahn 9 Minuten benötigte, braucht der schnelle Schienenersatzverkehr ohne Zwischenhalt knapp 15 Minuten. Der langsamere Bus, der in allen Stationen hält, braucht dafür 23 Minuten.

{title && {title} } ct, {title && {title} } Akt. 06.07.2026, 22:03, 06.07.2026, 21:58
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