Großeinsatz am Karren

Seilbahn bei Unwetter entgleist: Rettung dauert Stunden

Nach dem heftigen Unwetterschaden an der Karrenseilbahn konnten alle 19 Insassen in einem stundenlangen Großeinsatz erfolgreich gerettet werden.
Newsdesk Heute
24.06.2025, 11:13
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In Dornbirn kam es Montagnachmittag zu einem stundenlangen Großeinsatz: 19 Fahrgäste saßen in der Karrenseilbahn fest, mussten abgeseilt werden. Am Tag danach schildert die Polizei nun die Details dieses "sicherheitsrelevanten Zwischenfalls".

Um 15 Uhr kam es aufgrund eines starken Windstoßes zu einer Entgleisung eines der beiden Tragseile sowie des Zugseils der Seilbahn. Sofort wurde die Fahrt beider Gondeln gestoppt. Während die talseitige Gondel leer war, befanden sich in der bergseitigen Gondel insgesamt 19 Personen und ein Hund. Die Gondel kam in etwa 250 Metern Entfernung zur Bergstation, in einer Höhe von 60-80 Meter zum Stillstand.

Alternativer Rettungsplan

Unmittelbar nach Bekanntwerden der Notlage wurde in der Talstation der Karrenseilbahn ein behördlich geleiteter Einsatzstab eingerichtet. Aufgrund der Seilentgleisung sei der standardmäßige Notfallbergungsplan nicht anwendbar und man habe alternative Bergungsoptionen prüfen müssen, heißt es seitens der Landespolizeidirektion. Zur Lageeinschätzung vor Ort wurde deshalb auch ein Erkundungsflug mit dem Polizeihubschrauber Libelle entlang der Seilbahn durchgeführt.

Vom Polizeihubschrauber wurden schließlich Seilbahntechniker, ein Notarzt sowie drei Bergretter auf das Kabinendach der Gondel abgeseilt. Während die Techniker die Gondel am Tragseil zusätzlich sicherten, kümmerte sich der Notarzt um das medizinische Wohl der eingeschlossenen Personen. Die Einsatzkräfte der Bergrettung bereiteten währenddessen das Abseilen der Personen aus der Gondel vor.

Bergung dauerte fast 7 Stunden

Gegen 19:15 Uhr konnte mit der Bergung der betroffenen Fahrgäste begonnen werden. Diese wurden aus der Gondel in das darunter liegende Waldstück abgeseilt und dort von weiteren Mitgliedern der Bergrettung in Empfang genommen. Der weitere Abtransport erfolgte zu Fuß durch teils unwegsames Gelände und schließlich mittels Fahrzeug zum Sammelpunkt bei der Talstation der Karrenseilbahn. Dort wurden die Menschen von der Rettung und dem Kriseninterventionsteam anschließend betreut.

Die letzte Person wurde um 21.52 Uhr von der Bergrettung geborgen. Zwei Personen mussten zu medizinischen Abklärungen in das Krankenhaus Dornbirn eingeliefert werden.

Forststraße durch Windbruch verlegt

Parallel dazu wurden rund 30 Gäste aus dem Panoramarestaurant in der Bergstation mittels Geländefahrzeugen zur Talstation gebracht. Aufgrund von Windbruch war der Forstweg jedoch vorerst unpassierbar und musste zuerst mittels Motorsägen freigeräumt werden. Während der gesamten Bergeaktion stand das Kriseninterventionsteam sowie die Bergrettung mit den Fahrgästen in der Gondel in Kontakt, diese wurden laufend über weitere Maßnahmen informiert.

Einsatzkräfte vor Ort:

  • Bergrettung Dornbirn, Hohenems, Bezau und Bregenz mit insgesamt 57 Einsatzkräften
  • Feuerwehr Dornbirn mit 15 Einsatzkräften
  • Rotes Kreuz mit 9 Rettungskräften
  • Bundespolizei mit 15 Einsatzkräften
  • 2 Drohnen
  • Polizeihubschrauber Libelle
  • Kriseninterventionsteam mit 5 Personen

Die Bundespolizei unterstützte bei der Evakuierung der Karrenseilbahn durch Einsatz des Polizeihubschraubers Libelle und der Polizeidrohne in der Luft sowie zahlreichen Beamten im Einsatzstab und am Sammelplatz der Evakuierten. Zur Ursache des Vorfalles wurden polizeiliche Ermittlungen aufgenommen.

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 24.06.2025, 11:16, 24.06.2025, 11:13
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