Sensation! Zwei Österreicher im Wien-Halbfinale

Andreas Haider-Maurer schaltete im Viertelfinale des ATP-Turniers in der Wiener Stadthalle den an Nummer zwei gesetzten Kroaten Marin Cilic aus (7:6 (1), 6:4). Jürgen Melzer zog unterdessen kampflos ins Halbfinale, Gegner Philipp Kohlschreiber verletzte sich.

Haider-Maurer spielt derzeit das Tennis seines Lebens. Nachdem er gestern Andreas Seppi und zuvor Thomas Muster nach hartem Fight aus dem Turnier warf, eliminierte die Nummer 157 heute auch noch den 14. der Tenniswelt. Cilic stand im Vorjahr im Finale des Stadthallenturniers. Doch der Kroate hatte, man mag es kaum glauben, nicht die geringste Chance gegen Haider-Maurer, der eigentlich nur Dank der Verletzung von Ernests Gulbis als "Lucky Loser" am Hauptbewerb teilnehmen darf.

Zwar geriet der Zwettler früh durch ein Break in Rückstand. Er kämpfte sich aber auch dank seines phänomenalen Aufschlags zurück in die Partie und holte sich im Tiebreak mit einem klaren 7:1 den ersten Satz. Im zweiten Durchgang nahm er Cilic gleich zu Beginn den Aufschlag ab und spielte den Satz souverän mit 6:4 nach Hause - "Alpen-Roddick" Haider-Maurer (durchschnittliche Geschwindigkeit beim 1. Aufschlag bei fast 210 km/h) steht erstmals in seiner Karriere in einem ATP-Halbfinale.

"Ein Traum ist für mich wahr geworden", strahlte der 23-Jährige nach der Partie. "Vor so einem großartigen Publikum zu spielen ist wirklich einmalig. Ich habe mich von der Atmosphäre ziehen lassen und bin froh, dass ich die Sensation zu Ende gespielt habe. Ich habe viel trainiert und dadurch ist mein Aufschlag mittlerweile eine Waffe gegen Weltklassespieler." Im morgigen Halbfinale trifft er auf Michael Berrer (GER).

Melzer-Gegner musste passen

Nach Spiel von Haider-Maurer wäre eigentlich Jürgen Melzer an der Reihe gewesen. Doch Viertelfinal-Gegner Philipp Kohlschreiber hatte sich eine Adduktorenzerrung zugezogen, ein Tennismatch auf höchstem Niveau war nicht möglich. "Tut mir leid für das Publikum, aber ich muss leider schweren Herzens absagen. Ich habe mich gestern im Doppel vertreten und hoffe, dass es nicht zu wild ist", erklärte der Deutsche geknickt.

Damit steht Melzer, der bereits in der ersten Runde ein Freilos hatte, mit nur einer gespielten Partie im Semifinale. Dass das Duell gegen den Deutschen nicht zustande kam, findet der Niederösterreicher "schade, denn jeder hätte gerne dieses Spiel gesehen. Ich hoffe, ich kann das Publikum morgen entschädigen". Österreichs Nummer eins trifft im morgigen Halbfinale auf den Spanier Nicolas Almagro, 16. der Weltrangliste. Morgen wird in der Stadthalle jedenfalls ein großer Zuschaueransturm erwartet. Veranstalter Herwig Straka rechnet mit ausverkauftem Haus.

Erstmals seit 20 Jahren zwei Österreicher im Semifinale

Und das nicht ohne Grund. Zum ersten Mal seit 20 Jahren stehen zwei Österreicher im Semifinale. Und die Chancen sind nicht schlecht, dass es zum ersten Mal seit 1988 wieder ein rein-österreichisches Finale gibt. Damals setzte sich in einem unvergesslichen Spiel Horst Skoff gegen Thomas Muster durch.

Markus Miksch

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