Mordprozess nach Bluttat

"Sestra, Sestra" – Wiener starb in Armen von Freundin

Nach einem Streit um Politik soll ein Kroate (56) einem Bekannten zwei Mal mit einem Küchenmesser in den Rücken gestochen haben. Das Opfer (49) starb.
Christian Tomsits
24.06.2026, 15:53
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Ein Streit über Politik endete am 29. November 2025 mit tödlichen Messerstichen in der Schreygasse. Unter Mordverdacht: Dinko P. (56). Der Mindestsicherungsbezieher aus Kroatien soll nach einem Saufgelage seinen Bekannten Mirko V. (49) in der Wiener Leopoldstadt mit zwei Messerstichen in den Rücken getötet haben.

Laut Anklage schnappte sich der 56-Jährige mitten in der Diskussion ein riesiges Küchenmesser aus der Lade, packte er Mirko V. am Kragen und stach ihm zweimal in den Rücken. Das Opfer brach zusammen und starb in den Armen der Frau. Seine letzten Worte: ""Sestra, Sestra" – auf Deutsch "Schwester, Schwester". Dann verblutete das Opfer in den Armen der Wohnungsmieterin (46). Polizei und Rettung konnten nach ihrem Eintreffen dem Mann nicht mehr helfen.

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Zaid Rauf verteidigt den Angeklagten beim Geschworenen-Prozess am Wiener Landl.
Denise Auer

Der Angeklagte behauptete zunächst, das Opfer habe ihn bedroht und ihm gesagt, er solle "seine Pappen halten". Später räumte der Betrunkene (2,3 Promille) jedoch ein, dass es keinen Angriff durch das spätere Opfer gegeben habe. Er habe schlicht "die Nerven verloren" und "überreagiert". Beim Prozess am Donnerstag will der Mandant von Top-Anwalt Zaid Rauf die Tötungsabsicht vermutlich in Abrede stellen. Er habe den Kontrahenten lediglich verletzen wollen. Das Urteil wird von Geschworenen gefällt. Es gilt die Unschuldsvermutung.

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