Die US-amerikanische Sexualwissenschaftlerin Emily Nagoski sorgte 2015 mit ihrem Buch "Come As You Are" für Aufsehen. Darin beschrieb sie die weibliche Sexualität aus einer erfrischend positiven Perspektive – fernab von Problemen und Defiziten.
Nun kündigt die Forscherin ihr nächstes Projekt an: Gemeinsam mit ihrer eineiigen Zwillingsschwester Amelia, einer Musikerin, arbeitet sie an einem Musical mit dem Arbeitstitel "Orgasm the Musical".
"Ich beantworte seit 30 Jahren dieselben Fragen zu Sex. Wenn man das so lange macht, muss man es für sich selbst unterhaltsam gestalten", erklärt Nagoski gegenüber dem US-Fachmagazin AVN.
Im Gespräch äußerte die Expertin auch Bedenken über die Auswirkungen von KI auf menschliche Beziehungen. "Wie unterstützen wir Menschen dabei, echte Verbindungen zu anderen Menschen aufzubauen, wenn es einfacher ist, eine Beziehung mit einer KI zu führen?", fragt sie sich.
Besonders die junge Generation bereitet ihr Sorgen: "Junge Menschen sind wirklich sehr ängstlich, was Sex angeht, bevor sie ihn haben. Sie machen sich Gedanken über Dinge, die ihnen gefallen könnten, während sie noch Teenager sind", so Nagoski.
Die Forscherin sieht einen Zusammenhang mit der Corona-Pandemie: "Ich denke, es hat mit dem Entwicklungsunterschied während Covid in der Highschool zu tun. Sie haben ein großes Trauma in ihrer sozialen Entwicklung erlebt."
Nagoski kritisierte auch massive Kürzungen bei der Forschungsförderung: "Die Finanzierung für Sexualforscher ist verschwunden. Project 2025 will explizit nicht, dass Forscher wie ich existieren."
Trotz ihrer Expertise will sie vorerst nicht in den akademischen Bereich zurückkehren. Stattdessen freut sie sich darauf, als "reisende Sängerin und Sexualpädagogin" auf Tour zu gehen.