Shiffrin: "Wollte nichts essen, wollte nicht schlafen"

Mikaela Shiffrin leidet immernoch unter dem plötzlichen Tod ihres Vaters.
Mikaela Shiffrin leidet immernoch unter dem plötzlichen Tod ihres Vaters.Gepa
Mikaela Shiffrin hat eine schwierige Saison hinter sich. Nun gab die US-Amerikanerin tiefe Einblicke in ihr Seelenleben nach dem Tod ihres Vaters. 

Eigentlich kann sich die Saison 2021/22 sehen lassen. Shiffrin feierte fünf Saisonsiege, gewann den Gesamtweltcup – zum vierten Mal in ihrer Karriere. Dass Shiffrin bei den Olympischen Spielen in Peking ein Desaster erlebte, ohne Edelmetall blieb, war nach dem Gewinn der großen Kristallkugel auch vergessen. 

Nun öffnete sich die 27-Jährige allerdings bei "The Players´ Tribune", sprach so offen wie selten über ihr Seelenleben. Nach wie vor beschäftigt die beste Skifahrerin der Gegenwart das plötzliche Ableben ihres Vaters Jeff im Februar 2020. Shiffrins Vater verunglückte zu Hause. Den Schmerz fühle sie täglich. "Wenn ich am Berg bin, ist es der einzige Ort, an dem ich frei atmen kann" schilderte die 27-Jährige. 

"Wollte nichts mehr essen, wollte nicht mehr schlafen"

Unmittelbar nach dem Tod ihres Vaters habe sie ans Karriereende gedacht. "Ich wollte nicht mehr Skifahren, ich wollte nichts essen. Ich wollte nicht mehr schlafen", erinnerte sich die heute 27-Jährige. Shiffrin legte damals - auch wegen der beginnenden Corona-Pandemie - eine Weltcup-Pause ein. 

Die US-Amerikanerin habe sich nach der Weltcup-Rückkehr im Herbst 2020 schuldig gefühlt, weil sie das tat, was nicht nur ihre, sondern auch die Leidenschaft ihres Vaters war: das Skifahren. Mit einem Karriereende wäre aber auch das Erbe ihres Vaters verblasst. "Meine größte Angst ist, dass ich ihn ein weiteres Mal verliere, wenn ich seine Erinnerung sterben lasse", erklärte die Skiläuferin weiter. 

"Habe seine Stimme gehört"

Befreiend war der erste Erfolg nach der Weltcup-Pause, beim Riesentorlauf in Courchevel. "Ich habe seine Stimme gehört. Und dann habe ich meine Ski runterfahren lassen. Es hat mir den Sieg holen lassen", schilderte Shiffrin die Erinnerung an ihren Vater. 

In Peking erlebte ihr Selbstvertrauen durch die verkorksten Olympischen Spiele noch einmal einen Knacks. Nun sei sie wiedererstarkt. Auch wenn Shiffrin abschließend meinte: "Ich fühle mich weder gut noch schlecht. Meine Wahrheit ist viel komplizierter, als man sie im TV sehen kann..."

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Mikaela ShiffrinSki Alpin

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