Der russische Oppositionspolitiker Maxim Kruglow muss sieben Jahre in einer Strafkolonie verbringen. Das Urteil wurde am Mittwoch verkündet. Der 39-Jährige ist Vizechef der Jabloko-Partei und war früher Stadtrat in Moskau.
Die Anklage stützte sich auf zwei Posts in sozialen Medien aus dem April 2022. In einem kritisierte Kruglow die hohe Zahl getöteter ukrainischer Zivilisten. Im anderen verurteilte er die Handlungen der russischen Armee im Kiewer Vorort Butscha, wo nach dem Abzug russischer Truppen Hunderte hingerichtete Zivilisten gefunden worden waren.
Laut der staatlichen russischen Nachrichtenagentur RIA wurde er wegen der Verbreitung "falscher Informationen" über die russische Armee verurteilt. Kruglow wies die Vorwürfe zurück. Er habe lediglich eine Untersuchung der Vorfälle gefordert, berichtete das unabhängige Medienportal Mediazona.
Die Jabloko-Partei ist eine der ältesten Oppositionsparteien Russlands. In den 1990er und frühen 2000er Jahren erhielt sie Millionen Stimmen. Seit 2007 ist sie jedoch nicht mehr im russischen Unterhaus Duma vertreten.
Seit dem vergangenen Jahr sind mehrere führende Vertreter der Partei ins Visier der russischen Justiz geraten. Kruglow wurde im Oktober verhaftet. Das Urteil zeigt, wie hart das Regime gegen jede Form von Kritik am Ukraine-Krieg vorgeht.