Brisante Wende im Streit um Simone Lugners Wohnrecht in der Villa ihres verstorbenen Ehemannes! Seit Monaten beschäftigt der Prozess Gerichte und Anwälte, jetzt erfährt "Heute", was hinter den Kulissen verhandelt wird.
In einem Vergleichsangebot erklärt sich die Witwe bereit, ihre Ansprüche und damit auch das Wohnrecht, welches sie in der Döblinger Villa des Baulöwen ihrer Meinung nach auf Lebenszeit hätte, abzutreten. Die Summe, die sie dafür verlangt: 24 Millionen Euro! Für Markus Tschank, den Anwalt der Lugner & Söhne Privatstiftung ist klar: "Dieses Angebot kann ja nur ein Scherz sein".
Noch bevor der Prozesstag im Streit zwischen Simone Lugner und der Stiftung ins Rollen kommen konnte, gab es Aufruhr. "Simone Lugner hat über 24 Millionen Euro im Gegenzug für ihre Ansprüche gefordert, das ist komplett überzogen", wettert Tschank im Gespräch mit "Heute".
Keinesfalls wolle man dieses Angebot annehmen. Würde die Stiftung der Witwe diesen Betrag auszahlen, wäre der Streit rund um die Döblinger Villa somit gegessen. Unter anderem verzichte Simone dann auch auf Erbansprüche. Tschank wittert jedoch: "Sie will einfach die Firmenkonten leer räumen".
Gerade wegen der vielen bestehenden Ansprüche, sei die hohe Summe absolut gerechtfertigt, ist sich der Anwalt von Simone, Florian Höllwarth, im Gegensatz sicher: "Offensichtlich hat die Gegenseite den gesellschaftsrechtlichen Berechnungen der Anteile und der erbrechtlichen Ansprüche nicht verstanden." Weiterhin hält er die Forderungen der Witwe für angemessen, hätte sich ein deutlich höheres Gegenangebot erwartet.
Die Lugner Stiftung sieht das anders – um die drei Millionen Euro sei man bereit zu zahlen. "Das hätte man jedoch noch weiter verhandeln können", so Tschank. Verhandlung hätte es allerdings einiger bedurft: "Drei Millionen ist im Verhältnis zum Gesamtvermögen nicht nur zu wenig, das ist überhaupt nicht diskutabel", so Höllwarth. "Die Gegenseite muss erst einmal zu rechnen beginnen und wird dann sehen, dass unsere Ansprüche nicht aus der Luft gegriffen sind."
Eine Lücke von 21 Millionen Euro klafft also zwischen den Forderungen der Witwe und den Vorstellungen der Gegenseite. Beide Parteien zeigen sich im "Heute"-Talk jedoch gewillt sich zu einigen. Über den Sommer wolle man Vergleichsgespräche führen, ein weiterer Verhandlungstermin ist derweil für den 11. September geplant.