Erst eine faire Gratulation, dann schwang dann doch die Enttäuschung mit. Toni Polster reagierte beim Public Viewing auf dem Gelände seiner Wiener Viktoria auf den Rekordsieg des ÖFB-Teams und Marko Arnautovic, der seine historische Marke von 44 Toren mit einem Viererpack übertroffen hatte.
Arnautovic hatte bei der 10:0-Gala gegen San Marino im Wiener Ernst-Happel-Stadion seine Länderspieltore 42, 43, 44 und 45 erzielt und sich damit endgültig auch als Rekord-Knipser in die heimischen Geschichtsbücher geschossen. Rekordspieler ist er mit 128 Länderspielen ohnehin.
Ein Kamerateam des ORF bat Polster direkt nach Abpfiff vor die Kamera. Seine fairen Worte direkt an Arnautovic: "Herzliche Gratulation. Ich wünsche ihm alles Gute und dass noch viele weitere folgen."
Dann begann Polster etwas zu relativieren: "Der Marko hat ja viel mehr Länderspiele als ich. Das ist schon ein Plus. Er hat sich immer fit gehalten, war immer bereit für die Nationalmannschaft."
San Marino watschte Polster knallhart ab: "Das ist keine Nationalmannschaft, das ist eine Auswahl an Pizzabäckern. Ich glaube, so eine schlechte Nationalmannschaft hat es zu meiner Zeit nicht gegeben."
Eine Portion Enttäuschung konnte Polster ob seiner Ablöse nicht verbergen. Auch jene drei Tore aus, vom ÖFB als inoffiziell geführten Länderspielen, um die er zuletzt vergeblich vor Gericht gekämpft hatte, erwähnte "Doppelpack Toni" vor der Kamera.
Und Arnautovic? Der emotionale Roter-Stern-Legionär lief sofort nach Schlusspfiff zu seinem Vater Tomislav, umarmte ihn unter Tränen auf der Tribüne. Direkt im Anschluss sagte er im ORF: "Meine Kinder und meine Frau sind leider nicht da. Meine Mutter ist auch zuhause. Aber mein Vater und mein Bruder sind da. Ich widme diesen Rekord meiner Familie. Ohne die wäre ich nicht mehr da. Danke an alle Österreicher und Fans, die mich immer unterstützt haben. Nicht nur wegen des Rekords. Nach so langer Zeit solche Emotionen ist unglaublich."
Seine Worte an den abgelösten Polster: "Auch ein riesengroßer Dank und großer Respekt an Toni. Es ist mir eine Ehre, so lange mit ihm diese Diskussion gehabt zu haben. Toni, ich wünsche dir und deiner Familie alles Gute. Ich hoffe, wir können einmal einen trinken."