So falsch waren unsere Sport-Vorhersagen für 2016

Die Online-Sportredaktion von Heute.at wirft einen nicht immer ganz ernst gemeinten Ausblick auf das Sportjahr 2016.

Die Online-Sportredaktion von Heute.at warf einen nicht immer ganz ernst gemeinten Ausblick auf das Sportjahr 2016. Im Rückspiegel muss man sagen: Trotz größter Anstrengungen sind wir ziemlich falsch gelegen...

Mit Fußball-Europameisterschaft und Olympischen Spielen in Rio de Janeiro hatte das Sportjahr 2016 einiges zu bieten. Deshalb war es nur logisch, dass die "heute.at"-Onlinesportredaktion äversuchte, in die Zukunft zu blicken. 

Obwohl die Sportredakteure in Ihrer Freizeit Volkshochschul-Kurse für Astrologie, Kaffeesudleserei und Tischerl Rücken besuchten, blieben die Vorhersagen in weiten Strecken weit weg vom tatsächlichen Ergebnis. So sahen wir in den Sternen das ÖFB-Team in Frankreich groß auftrumpfen. Doch daraus wurde wie bekanntlich nichts. Die´Vorhersagen des "heute.at"-Teams sind nochmal auf den nächsten Seiten aufgeführt. 

Hahnenkammrennen 2016 in Kitzbühel

Von 22.-24. Jänner steigt das große -Wochenende. Die größte Party im Ski-Weltcup wird heuer wieder Licht und Schatten bringen. Ein Blick in unsere Kristallkugel verrät uns zwei Premieren-Sieger und zwei große Dramen, die sich im Herzen Tirols abspielen werden.

Freitag ist traditionell der Super-G angesagt. Alle Wetter-Experten sollten sich irren: Statt Schneefall und Nebel strahlt die Sonne, Kaiserwetter in Kitzbühel. Der Super-G wird sich zu einem wahrlich royalen Bewerb entwickeln. Mit der Startnummer vier ist Vincent Kriechmayr einer der Testpiloten auf der pickelharten Strecke, doch der Oberösterreicher brennt eine unglaubliche Bestzeit in den Schnee. Niemand bringt die sogenannte "Kriechmayr-Linie" nach unten. Auch Speed-Dominator Aksel Lund Svindal verkantet beim Seidlalm-Sprung ein wenig, dennoch ist es im Ziel mucksmäuschenstill. Doch dann der große Jubel: Auch der Norweger ist geschlagen, zwei Hundertstel reichen Vincent Kriechmayr zu seinem ersten Weltcup-Sieg. Der Pisten-Prinz krönte sich also zum Super-G-König von Kitzbühel.

 

Bereits als am Samstag in der Früh der Hahn zum ersten Mal kräht ist klar: Es wird eng mit der Abfahrt. Über Nacht fielen über 30 Zentimeter Neuschnee, die Sonne kommt kaum durch den dichten Nebel durch. Hannes Trinkl und seine Pisten-Crew arbeiten mit Hochtouren daran, die Streif fit für das große Rennen zu bekommen. Der geplante Start wird immer weiter nach hinten verschoben, das Schneegestöber hält aber an. Alte Schneise, Lärchenschuss und Hausbergkante liegen zudem im dichten Nebel. Um 14:23 Uhr kam dann die endgültige Schockmeldung für die zehntausenden Zuschauer im Zielraum: Die Abfahrt muss abgesagt werden. Ein trauriger Tag für den Skisport.

 

Auch nichts zu lachen gibt es beim traditionellen Slalom am Ganslernhang. Zwar liegt Marcel Hirscher nach dem ersten Durchgang überlegen in Führung, doch über dem zweiten Durchgang steht kein guter Stern über den rot-weiß-roten Athleten. Victor Muffat-Jeandet, der Spezialist für die zweiten Durchgänge, hat bereits mehrmals an seinem ersten Weltcup-Sieg angeklopft. In Kitz ist es dann soweit: Der wendige Franzose fährt als Siebzehnter aus dem ersten Durchgang eine bombastische Laufbestzeit, dann setzt dichter Schneefall ein. Jeder einzelne beißt sich an Muffat-Jeandets Zeit die Zähne aus. Dann ist Zeit für Marcel Hirscher. Im oberen Teil büßt er viel Vorsprung ein, im Mittelteil packt der Salzburger aber die Raketen aus. Angetrieben vom Jubel der Fans attackiert Hirscher zu viel und fädelt zwei Tore vor der Ziellinie ein. In Kitzbühel herrscht betretenes Schweigen, alle sind fassungslos, nur einer jubelt über seinen ersten Sieg: Victor Muffat-Jeandet. 

Weiter geht es zum größten Tagessportereignis der Welt...
Super Bowl 50

Am 7. Februar ist es wieder einmal soweit. Alle Augen sind auf das Levi´s Stadium in Santa Clara bei San Francisco gerichtet, wo der Super Bowl 50 über die Bühne geht. Hier geht es zurück in den Winter...

Dabei gibt es in den Play-offs keine großen Überraschungen. Mit Carolina und Titelverteidiger New England stehen die beiden beherrschenden Teams der Regular Season im Endspiel der NFL. Doch wie so oft halten die Schlagerspiele nicht, was sie versprechen – in der ersten Halbzeit zumindest. Nachdem die Patriots in ihrem ersten Drive durch einen 40 Yard-Pass von Tom Brady auf Rob Gronkowski mit 7:0 in Front gehen, gelingen beiden Teams je nur ein Field Goal.

Für mehr Unterhaltung sorgt da schon die mit Spannung erwartete Halftime-Show. Nachdem Coldplay der NFL als Halftime-Act schlicht und ergreifend zu langweilig war, wurden noch zwei Superstars eingekauft. Gemeinsam mit der britischen Band rockten Taylor Swift und Teenie-Schwarm Justin Bieber die Bühne. Dann der Skandal des Jahres. Während Taylor Swift ihren Song "Shake it off" zum Besten gibt, greift Coldplay-Frontmann Chris Martin an den Oberkörper des Pop-Sternchens und reißt das Stück Stoff gekonnt herunter. Auf dem nackten Oberkörper ist "Vote Hillary" zu lesen. Unter gleißendem Blitzlichtgewitter verschwindet die 24-Jährige schnell von der Bühne.

Danach wurde es wieder sportlich und ging genauso heiß her wie in der vieldiskutierten Halbzeit-Performance. Nach Touchdowns von Edelman und Blount für die Patriots und zwei Endzonen-Läufen durch Cam Newton fällt die Entscheidung erst im allerletzten Spielzug der Partie. Nach einigen Lateral-Pässen nimmt Panthers-Quarterback Cam Newton seinen ganzen Mut zusammen und setzt zu einem 60 Yard-Sprint in die Endzone an. Dank einer guten Blockarbeit seiner Teamkollegen erläuft Newton seinen dritten Touchdown des Abends. Dann zeigen die Panthers noch einmal richtig Zähne. Mit einer Two Point-Conversion nach Pass von Newton auf Tight End Greg Olsen krönt sich Carolina erstmals zum NFL-Champion.

Hier geht es zurück in den Winter
Ski-Weltcup 2015/16

Während der Ski-Weltcup der Damen eine einzige Show von Lindsey Vonn bleibt, bleibt es bei den Herren bis zum Schluss ein absoluter Krimi um die große Kristallkugel.

Lindsey Vonn gewinnt gefühlt jedes Rennen 2016 und krönt sich unangefochten zur Gesamt-Weltcupsiegerin. Auch durch die Ausfälle von Anna Fenninger und Mikaela Shiffrin wurde es bei den Damen ein wenig langweilig. Eine tolle Saison ist es auch für Speed Conny Cornelia Hütter, die jeweils Zweite im Abfahrts- und Super-G-Weltcup wird – Eine Kampfansage für die kommenden Jahre!

Bei den Männern bleibt zumindest der Gesamt-Weltcup ein Thriller bis zum Finale von St. Moritz. Die kleinen Kugeln teilen sich Aksel Lund Svindal und Marcel Hirscher brüderlich, das sind auch die beiden einzigen verbliebenen Kandidaten für das große Kristall.

Hirscher kommt mit einem Punktepolster in den Schweizer Nobel-Ort, der sollte aber der ist schnell aufgebraucht: Svindal gewinnt Abfahrt und Super-G souverän: Jetzt ist Hirscher gefragt! Im RTL dann der große Schock – Marcel rutscht am Innenski weg und lässt ein Tor aus – Null Punkte. Vor dem Slalom hat der Norweger nun 44 Punkte Vorsprung auf Hirscher. Dieses Rennen wird in die Weltcup-Geschichte eingehen.

Hirscher geht mit Startnummer 3 ins Rennen und sein Pech vom Riesentorlauf sollte sich wiederholen. Ein furchtbarer Steher kostet dem Salzburger fast drei Sekunden auf den Halbzeit-Führenden Roberto Nani. Hirscher hat großes Glück, dass er sich gerade noch für den zweiten Durchgang qualifiziert.

Dann beweist Super-Hirscher aber wieder einmal seine Nerven aus Stahl. Mit einem wahren Teufelslauf brennt er eine Fabelzeit in den Schnee und macht Platz um Platz gut. Hirscher braucht unbedingt Platz 5, um die große Kugel zu holen, das große Zittern nimmt kein Ende. Kristoffersen, Neureuther, Dopfer und der sensationelle Marco Schwarz haben sich vor Hirscher platziert, nur noch der italienische Playboy ist am Start. Nach drei Toren brechen im Zielraum alle Dämme, denn Nani fädelt ein – Marco Schwarz gewinnt sein erstes Rennen, Hirscher ist Gesamt-Weltcupsieger. Unfassbar, diese Geschichten schreibt nur der Skisport.

Für die Freunde von Pferdestärken geht es auf der nächsten Seite weiter...
Formel 1

Eine fade Saison sollte sie werden. Wieder dominiert von Mercedes und jeder andere ist chancenlos. Doch dann kommt doch alles anders.

Bei den Testfahrten vor dem Saisonstart sieht alles nach dem gewohnten Bild aus. Mercedes fährt ohne Probleme der Konkurrenz vor der Nase umher und auch die Startaufstellung in Melbourne holen sich die Silberpfeile. Dann aber folgt ein denkwürdiger Rennsonntag. Nico Rosberg und Lewis Hamilton sind sich in der ersten Kurve uneins und schießen sich gegenseitig ins Kiesbett. Sebastian Vettel nutzt dies aus und gewinnt den Saisonauftakt.

Danach startet Vettel eines Siegesserie, gewinnt in Bahrain und China. Hamilton und Rosberg verstricken sich immer mehr in Grabenkämpfe, die Folgen haben sollten. Hamilton trifft beim Monaco-GP den Schlagzeuger von Motörhead. Nach dem Tod von Lemmy wollte sich die Band eigentlich auflösen, Hobby-Gitarrist Hamilton überzeugt den Drummer aber die Band fortzuführen und der Formel-1-Star wird zum neuen Frontman. Er schmeißt seine Motorsportkarriere hin und tourt mit Motörhead um den Globus. Seine Songs wie "I'm burning down my Mercedes" und "Nicole, please come back again" werden zu Nummer-eins-Hits.

Rosberg bekommt mit Pastor Maldonado einen neuen Teamkollegen, doch auch der risikofreudige Venezolaner sollte den Deutschen in den Schatten stellen. Der erfolgreichste Zweitplatzierte aller Zeiten bekommt eine Sinnkrise und taucht in Monza plötzlich nicht mehr beim Rennen auf. Er hatte über Nacht entschieden seiner wahren Bestimmung zu folgen und möchte jetzt Biobauer werden. Er gründet eine Kommune und predigt über Bescheidenheit und das Leben im Einklang mit der Natur.

Vettel kann abseits dieser Vorkommnisse in einer der fadesten WM-Entscheidungen aller Zeiten bereits fünf Rennen vor dem Ende seinen fünften WM-Titel fixieren.

Weiter geht's mit König Fußball und heimischer Kost...
Bundesliga 2015/16

In der Bundesliga herrschen im Frühjahr klare Verhältnisse. Winterkönig Red Bull Salzburg geht durch den Trainer-Effekt endgültig der Knopf auf. Den Wiener Großklubs fällt wieder einmal die Inkonstanz gegen die „Kleinen“ auf den Kopf: Salzburg marschiert vorne davon, weil sich Rapid und die Austria von den Mannschaften im Abstiegskampf immer wieder Punkte abknöpfen lassen.

 

Während sich Salzburg bereits am 32. Spieltag endgültig zum Meister krönt, liefern Rapid und Austria das Highlight-Spiel der Saison ab. Ein packendes Derby im Happel-Stadion endet mit 4:4, die fassungslosen Fans bleiben noch lange nach Abpfiff im Stadion, um ihre beiden Teams abzufeiern. So sieht Werbung für den österreichischen Fußball aus.

 

Die Austria wird dank der besseren Tordifferenz punktegleich mit Rapid Vize-Meister, für beide Wiener Klubs geht es somit in die Europa League-Qualifikation, Salzburg wird den neunten Versuch starten, sich endlich für die Champions League zu qualifizieren.

 

Im Tabellenkeller spukt das Abstiegsgespenst gleich bei fünf Teams. Altach, Mattersburg und Grödig rutschen durch absolute Unserien in tiefere Regionen ab, auch Ried und der WAC befinden sich mitten im Abstiegsthriller. Erst am letzten Spieltag steht ein Absteiger fest: Den SV Grödig erwischt es, somit ist auch die berüchtigte Macht vom Untersberg auch der Bundesliga verschwunden.

Und wer holt den ÖFB-Cup?
ÖFB Samsung Cup 2015/16

Gleich im Viertelfinale gibt es zwei Überraschungen: Sturm Graz setzt sich gegen Titelverteidiger Salzburg durch, St. Pölten eliminiert Mattersburg. Die Austria besiegt den LASK klar, auch Rapid steigt gegen die Admira ins Halbfinale auf.

Losfee Rainer Pariasek zieht in Sport am Sonntag dann folgende Partien: Sturm Graz muss zu Rapid, die Austria gastiert beim SKN St. Pölten. SKN-Trainer Karl Daxbacher wirft mit den Veilchen sein alte Liebe in der Verlängerung aus dem Bewerb und steht sensationellerweise zum zweiten Mal innerhalb von drei Jahren im Cup-Finale.

Obwohl es für Rapid in der Meisterschaft oft nicht nach Wunsch läuft, entwickelt sich die Elf von Zoki Barisic zur absoluten Turniermannschaft. Die Grün-Weißen ringen auch Sturm Graz nieder und greifen nach dem ersten Cup-Titel seit 1994/95.

Das Finale entwickelt sich zum absoluten Thriller: Rapid führt bis zur 93. Minute mit 2:1. Doch dann ein Freistoß aus 35 Metern für den SKN: Rapid-Urgestein Andi Dober tritt an und schenkt seinem Ex-Klub das 2:2 ein. Goalie Strebinger sieht bei diesem Flatterball nicht gut aus. Rapid macht in der Verlängerung Tempo, doch Schobesberger scheitert mit dem insgesamt 32. Aluminium-Treffer der Grün-Weißen in der Saison.

Im Elfmeterschießen versenken alle Rapid-Spieler ihre Elfmeter souverän. Kurios: Alle Penalties gehen flach in die rechte Ecke, sowas gab es auch noch nie. Dann stehen sich Andi Dober und Richard Strebinger Auge in Auge gegenüber, Dober packt den Hammer aus, mit einer sensationellen Parade krönt der viel gescholtene Strebinger aber Rapid zum ÖFB-Cupsieger 2015/16. Gerüchten zufolge hat sich bereits Real Madrid um die Ablöse-Modalitäten von Strebinger erkundigt.

Wir bleiben am Ball beim Konzert nicht ganz so Großen...
Europa League 2015/16

Rapid gelingt es trotz lukrativer Angebote Florian Kainz in Hütteldorf zu halten. Und dies sollte sich als Glücksfall erweisen, denn der Grazer wird zum Schlüsselspieler im Sechzehntelfinale. Nach einer enttäuschenden 0:2-Auswärtspleite beim FC Valencia wird Kainz beim Rückspiel in Wien zum Mann des Spiels. Er legt beim 3:0-Sieg zwei Tore auf und erzielt den entscheidenden Treffer zum Aufstieg.

Im Achtelfinale hat Rapid mehr Losglück und bekommt mit Sparta Prag einen Gegner auf Augenhöhe zugelost. Die Tschechen erweisen sich zwar als unangenehmer Gegner, Rapid kann aber den Aufstieg in einem Thriller im Wiener Happel-Stadion, der erst in der Verlängerung entschieden wird, fixieren.

Experten nennen Rapid bereits das Sensationsteam der Europa-League-Saison, aber im Viertelfinale kommt der grün-weiße Express dann in der Endstation an. Nach einer Notbremse von Mario Sonnleitner gegen Pierre-Emerick Aubameyang muss Rapid bereits früh beim Auswärtsmatch bei Borussia Dortmund in Unterzahl spielen und bekommt von den Schwarz-Gelben eine 0:4-Packung. Im Rückspiel erkämpft Rapid zwar einen 2:1-Sieg, aber der ist zu wenig.

Dennoch werden die Rapidler von ihren Fans und Fußball-Österreich gefeiert. Denn durch die Erfolge haben die Hütteldorfer ordentlich in der Fünfjahreswertung gepunktet und der Bundesliga einen zusätzlichen Europacup-Startplatz erspielt.

Auf der nächsten Seite wird das Konzert dann größer...
Champions League 2015/16

Im Frühjahr wird die Champions League zur Gala der ganz Großen. Im Schlagerspiel des Achtelfinals muss David Alaba mit seinen Bayern gegen Juventus Turin lange zittern. Denn den glücklich ermauerten 1:0-Erfolg der "Alten Dame" kann Kindsley Coman - ein Juve-Leihspieler - erst in der 87. Minute durch das 2:0 wettmachen. Weniger Glück hatte Aleks Dragovic mit Dynamo Kiew, das insgesamt mit 1:6 gegen Manchester City ausschied. 

Weniger Probleme haben die Münchner im Viertelfinale gegen Paris St. Germain. Zwar ist Bayern-Keeper Manuel Neuer bei zwei Ibrahimovic-Knallern chancenlos, doch die löchrige PSG-Defensive lässt in zwei Spielen gleich fünf Gegentreffer zu. Robbens Hechtkopfball zum 3:1-Erfolg im Rückspiel bereitet Alaba per Maßflanke vor. Auch Real Madrid mit zwei klaren Siegen über Wolfsburg, Barcelona nach einer 4:0-Galavorstellung im Rückspiel gegen Zenit St. Petersburg und Manchester City, das erst in der Verlängerung den Aufstieg gegen Atletico fixiert, stehen im Halbfinale. 

Doch dann beginnen die Wochen des Leidens für die Münchner. Beim 1:1-Remis bei Manchester City bleibt Franck Ribery nach einem dreifachen Übersteiger mit einer schweren Knieverletzung liegen und versäumt den Rest der Saison. Thomas Müller bricht sich bei seinem Treffer zum 2:0 (80.) im Rückspiel bei einem Gestocher den Mittelfußknochen. Leichter hat es da schon der spätere Finalgegner  FC Barcelona, der im ewig jungen Duell Real Madrid nach einem 2:2 im Santiago Bernabeu mit 3:0 aus dem Camp Nou schießt. 

Am 28. Mai kommt es im Mailänder Giuseppe Meazza-Stadion zum heiß ersehnten Duell der beiden europäischen Topklubs. Und im letzten Spiel an der Seitenlinie des FC Bayern München schockt Pep Guardiola bereits vor der Partie mit der Aufstellung. Philipp Lahm, Kapitän und Herz des Teams, ist aus taktischen Gründen nicht im Kader. "Robben isse offensiv stärker. Wollen Barca eindrücken", wird der scheidende Bayern-Coach erklären. 

Mit Manuel Neuer als Spielführer gehen die Bayern prompt in Front, Lewandowski ist früh zur Stelle (18.), doch die Katalanen schlagen zurück. Luis Suarez nach Messi-Vorarbeit (32.) und Neymar mit einem satten Kracher aus 20 Metern (39.) stellen die Partie auf den Kopf. Nach dem Seitenwechsel ist es David Alaba, der die Münchner zurück ins Spiel bringt. Nach einem Foul von Mascherano an Douglas Costa trifft Alaba in Abwesenheit von Thomas Müller sicher vom Elfmeterpunkt (62.), eine Viertelstunde später bringt Tiago die Münchner nach sehenswertem Solo in Front.

In den letzten fünf Minuten überschlagen sich die Ereignisse. Arjen Robben wird für den defensiv stärkeren Javi Martinez ausgetauscht, Guardiola stellt auf eine 6-3-1-Taktik um. Keine Minute später tritt Lionel Messi zum Freistoß an. Doch Neuer ist zur Stelle, fischt den Ball aus dem Kreuzeck. Und dann der Schock. Der weltbeste Torhüter kracht bei der Rettungstat gegen die Stange, bleibt benommen liegen. "Warum hab ich nicht das Schalke-Trikot an?", wird Jerome Boateng die ersten Worte des Keepers zitieren. Neuer muss das Spielfeld verlassen, Boateng ins Tor, weil die Bayern nicht mehr wechseln können. Die Kapitänsschleife wandert zu David Alaba, der hilft, den angeschlagenen Torwart vom Feld zu tragen. 

Nach der Verletzungspause lässt der türkische Referee Cakir gleich sieben Minuten nachspielen, doch die Bayern-Defensivtaktik hält. Die Münchner krönen sich in Mailand zum Champion und David Alaba bekommt vom neu gewählten UEFA-Präsidenten Leo Windtner die Champions League-Trophäe überreicht, um sie in den Mailänder Nachthimmel zu stemmen.

Frankreich, wir kommen!
Fußball-EM 2016

Von 10. Juni bis 10. Juli 2016 steigt in Frankreich DAS Fußball-Event des Jahres. Österreich fährt zur Europameisterschaft nach Frankreich und wird dort ordentlich für Furore sorgen. Gleich im ersten Gruppenspiel werden die Jungs von Marcel Koller ihrem Ruf als Geheimfavoriten gerecht. Ungarn muss dran glauben, Janko und Arnautovic netzen im Doppelpack, am Ende heißt es 4:1 für Österreich, Robert Almer wurde nur durch Laszlo Kleinheisler bezwungen, der unsere östlichen Nachbarn schon im Play-off zur Endrunde geschossen hatte.

 

Dann ist es aber soweit: Rot-Weiß-Rot gegen den FC Ronaldo. Durch einen Elfmeter von David Alaba führt Österreich bis zur 86. Minute knapp mit 1:0. Dragovic und Co. haben CR7 sehr gut im Griff, doch dann kommt dem Superstar doch ein genialer Moment aus. Ronaldo vernascht die komplette Abwehr und netzt zum 1:1-Endstand ein. Absolut kein Problem für die Koller-Elf, denn im Stade-de-France wird Island locker mit 2:0 geschlagen, Österreich ist Gruppensieger.

 

Im Achtelfinale wartet gleich das nächste Duell mit einem absoluten Top-Kicker: Der ewig junge Schlager Österreich gegen Schweden steigt auch in Frankreich. Ibrahimovic und Co. beginnen schon im Kabinengang zu zittern, der absolute Angstgegener wartet. So treten die Drei-Kronen-Kicker auch auf, Arnautovic und Janko stellen früh auf 2:0, Junuzovic hämmert einen Freistoß zum 3:0 rein, das 3:1 von Ibrahimovic, ebenfalls aus einem Freistoß ist nur noch Ergebniskosmetik.

 

Der unglaubliche Lauf der Österreicher geht auch im Viertelfinale weiter. Dort warten stark ersatzgeschwächte Spanier. Der Titelverteidiger muss nach dem Achtelfinale gegen England, dass die Iberer nur dank des englischen Fluchs im Elfmeterschießen überstanden, auf fast alle Top-Stars verzichten. Die uneingespielte B-Garnitur scheitert gegen das stark aufspielende ÖFB-Team, mit einem knappen, aber sehr verdienten 1:0 (Torschütze abermals Janko) steht Österreich sensationell im Halbfinale.

 

Dort kommt es zum absoluten Kracher gegen Deutschland und zum wohl größten Skandal in der Fußballgeschichte. Aber alles der Reihe nach: DFB-Keeper Manuel Neuer fliegt bereits in der 5. Minute wegen Torraubs vom Platz, David Alaba scheitert aber vom Elfmeterpunkt. Die Jungs von Marcel Koller werden im Spiel ihres Lebens vom Pech verfolgt. Zlatko Junuzovic erzielt zwar noch in der ersten Hälfte ein reguläres Tor, doch der Linienrichter ist wohl der einzige Mensch im Stadion, der bei dieser Situation ein Abseits sieht. Österreich drückt an, ist klar überlegen, in der 89. Minute ist es dann soweit: Deutschland fährt einen Konter, Thomas Müller zieht ab: Lattenpendler. Alle wollen weiterspielen, doch dann der Schock: Die neu eingeführte Torlinientechnik zeigt fälschlicherweise Tor für Deutschland an, TV-Bilder zeigen allerdings ganz klar, dass der Ball nicht drin ist. Das Spiel ist aus, Österreich ausgeschieden.

 

Der Skandal von Lyon geht in die Geschichtsbücher ein. Österreich wird als Europameister der Herzen gefeiert, sogar Bundeskanzlerin Angela Merkel entschuldigt sich persönlich bei Marcel Koller. Die Firma, die die Torlinientechnik produziert, schlittert binnen 24 Stunden in den Konkurs. Einen Europameister gibt es aber auch: Der heißt Italien, der Angstgegner der Deutschen darf den Pokal in den Nachthimmel von Paris stemmen. 

Von Frankreich geht es weiter nach Rio...
Olympische Spiele 2016

Nach der Pleite von London wurde in der österreichischen Sportlandschaft viel in Bewegung gesetzt, so wurde zumindest gedacht. Tatsächlich werden die Spiele in Rio für Österreich ein weiterer Schlag in die Magengrube.

Die rot-weiß-roten Athleten gehen zum zweiten Mal in Folge bei Sommerspielen leer aus. Vor dem Beginn hatte man im ÖOC noch große Hoffnungen, dass unsere Segler und Ruderer die Medaillenkrise beenden werden. Doch das stark verseuchte Wasser in Rio frisst Löcher in die Boote der Österreicher. Nur die brasilianischen Schiffe, die mit einer Speziallackierung an den Start gehen, überstehen die Wettbewerbe und holen sämtliche Medaillen.

Auch die anderen österreichischen Medaillenhoffnungen sind nicht vom Glück verfolgt. Dominic Thiem werden bei einem Einbruch in sein Zimmer sämtliche Tennisschläger gestohlen, Lisa Zaiser rutscht im Vorlauf über 200 Meter Lagen die Brille von der Nase, das Pferd von Viktoria Max-Theurer lässt sich wegen Flugangst nicht in den Flieger nach Rio verfrachten und Ringer Amer Hrustanovic bekommt kurz vor den Spielen ein Angebot aus der WWE und beendet daraufhin seine Karriere. Am nächsten dran an Edelmetall sind noch das Tischtennis-Team sowie die Beachvolleyballer Clemens Doppler und Alex Horst, die aber ihre Spiele um Bronze leider verlieren.

Das Entsetzen in Österreich ist groß. Sportminister Klug und Team Rio Chefkoordinator Peter Schröcksnadel versuchen die Maßnahmen zu verteidigen und bitten um mehr Zeit - auch das ÖFB-Team habe mehr als ein Jahrzehnt zur Entwicklung bekommen. Schröcksnadel reißt aufgrund der öffentlichen Kritik der Geduldsfaden: "Kennt's mi gern choben, i geh z'ruck noch Innschbruck zu meine Skifoahra." Klug tritt als Sportminister zurück, sein Nachfolger wird Markus Rogan.

Die schnellsten Zweiradfahrer der Welt feiern ihr Österreich-Comeback...
MotoGP in Spielberg 2016

Das Comeback der Motorrad-Königsklasse in der Steiermark wird zum vollen Erfolg. Bei strahlendem Sonnenschein erleben die besten Zweiradartisten der Welt am 14. August ein Rennen vor ausverkauftem Hause.

Für die eigentliche Sensation sorgen aber nicht Valentino Rossi & Co. Im Rahmenprogramm des Rennens absolviert KTM einen Showrun mit seinem neuen MotoGP-Bike, mit dem die Oberösterreicher beim Saisonfinale in Valencia erstmals wieder an einem WM-Rennen teilnehmen werden, um dann 2017 wieder eine komplette Weltmeisterschaft zu bestreiten.

Hinter den Kulissen werden beim Showrun in Spielberg die Rundenzeiten mitgestoppt und zunächst wird an einen Fehler in der Zeitnehmung gedacht. Die neue KTM absolviert schnellere Runden als später die MotoGP-Stars im Rennen.

Als es dann in Valencia um Zählbares geht, kann KTM an die Ergebnisse aus Spielberg anknüpfen. Prompt steht ein KTM-Bike in der ersten Startreihe. Im Rennen gibt es dann keine Punkte, ein Getriebeschaden stoppt den Kampf ums Stockerl. Die Konkurrenz zittert aber schon vor der neuen Saison, Valentino Rossi fragt sogar wegen eines Sitzes für 2017 an.

Nach der EM ist vor der WM...
Start der Qualifikation für die Fußball-WM 2018

Nachdem die Wut über das bittere Ausscheiden im EM-Halbfinale gegen Deutschland verflogen ist, startet das ÖFB-Team die Qualifikation zur WM 2018. Nachdem Marcel Koller seinen Vertrag bis 2030 verlängert hat, heißt es für das ÖFB-Team: "Wurscht, dann werden wir halt Weltmeister!"

Nach der EM haben sich mittlerweile auch Top-Talente, wie Louis Schaub, Michael Gregoritsch und Alessandro Schöpf im Nationalteam etabliert. Mit dem frischen Wind im Gepäck geht es gleich furios in die Qualifikation: Georgien hat trotz einer innovativen 10-0-0-Taktik keine Chance, in Tiflis heißt es am Ende 4:0 für Österreich. Danach folgt gleich der erste große Prüfstein: Wales mit Superstar Gareth Bale gastiert im altehrwürdigen Happel-Oval.

Gegen britische Mannschaften tut sich das ÖFB-Team bekanntlich immer recht schwer, aber Alaba und Co. zittern ein 1:0 über die Zeit, Bale trifft in der Nachspielzeit nur die Latte. Es folgt der Hexenkessel von Belgrad, auswärts gegen Serbien. In großen Spielen hat die Koller-Elf in letzter Zeit immer das Optimum herausgeholt, auch diesmal folgt eine Glanzleistung. Ausgerechnet Arnautovic, Junuzovic und Dragovic erzielen beim 3:2-Sieg die Treffer. Nach dem Spiel werden sie gnadenlos vom Platz gepfiffen, zu den befürchteten Ausschreitungen kommt es aber nicht.

Das unglaublich erfolgreiche Länderspieljahr schließt Österreich mit einem 2:1-Heimsieg gegen Irland ab, ist damit natürlich Tabellenführer in der WM-Quali-Gruppe und bereits auf Platz vier der FIFA-Weltrangliste. 

Und zum Abschluss: Was macht eigentlich Dominic Thiem?
Die Saison von Dominic Thiem

Groß war der Druck, der vor dem Saisonstart auf dem Niederösterreicher lastete. Aber 2016 wird das Jahr von Dominic Thiem, in dem er sich mit dem ÖFB-Team um die TV-Quoten matcht.

Tennis-Legenden wie Thomas Muster meinten stets in Richtung Thiem, die aktuellen Erfolge seien toll, aber diese gilt es im Jahr darauf zu verteidigen, um sich in der Weltspitze zu profilieren. Drei Turniersiege gelangen Österreichs Nummer eins im Jahr 2015, eine Zahl die er 2016 toppen wird.

Schon der Auftakt in das Tennisjahr verläuft vielversprechend. Zwar ist bei den ersten Turnieren in Brisbane und Sidney schon früh Schluss, bei den Australian Open schlägt dann aber die große Stunde. Thiem kämpft sich bis ins Finale vor. Nach einem zähen Halbfinale, in dem er Andy Murray niedergerungen hatte, geht ihm dann aber im Duell mit Novak Djokovic am Ende die Puste aus und der Serbe gewinnt zum sechsten Mal in Down Under. Dennoch wird Thiem in der Heimat als Sieger der Herzen gefeiert. Sein heroischer Kampf in Melbourne lockte in den österreichischen Morgenstunden unzählige Menschen vor die TV-Geräte, nur das EM-Halbfinale Österreich gegen Deutschland sollte höhere Quoten erzielen.

Der erste Finaleinzug bei einem Grand-Slam-Turnier gibt Thiem aber Auftrieb. Der Niederösterreicher verteidigt wichtige Punkte und erlebt im Herbst sein Saison-Highlight. Nach seiner Erstrunden-Niederlage im Vorjahr schließt Thiem Frieden mit der Wiener Stadthalle und gewinnt erstmals vor heimischer Kulisse ein ATP-Turnier. Mit diesem Erfolg stößt er in die Top-Fünf der Weltrangliste vor und darf somit zum Jahresabschluss beim Masters aufschlagen.

Thiems erfolgreiches Jahr sorgt dafür, dass längst stillgelegte Tennisplätze in Österreich wieder eröffnet werden. Kinder und Jugendliche stürmen diese, unter anderem ein Talent, dass 2027 sein erstes großes Turnier gewinnen wird.

CommentCreated with Sketch. Jetzt kommentieren Arrow-RightCreated with Sketch.
Nav-Account red Time| Akt:

ThemaCreated with Sketch.Weiterlesen