Sicherheits-Tipp

So gefährlich sind alte Handys in der Schublade

Viele lassen die ausgedienten Geräte einfach in einer Lade verschwinden. Doch das ist keine gute Idee – und kann sogar gefährlich werden.
Heute Life
04.05.2026, 22:21
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Oft denkt man: Vielleicht braucht man das alte Handy ja noch einmal, falls das neue plötzlich den Geist aufgibt. Also landet das ausgemusterte Smartphone in irgendeiner Lade – und bleibt dort mitunter jahrelang liegen. Aber genau das kann laut Expertinnen und Experten zum echten Risiko werden.

Handy aus? Gefährlich bleibt's trotzdem

Auch wenn das Handy scheinbar tot ist, kann drinnen einiges los sein. Das Problem liegt im Akku: In fast allen Handys stecken Lithium-Ionen-Akkus. "Über lange Zeit können sich im Inneren Veränderungen bilden: Materialien altern, Strukturen im Akku werden instabil und es können chemische Reaktionen entstehen, die unkontrolliert ablaufen", erklärt der deutsche Feuerwehrmann und Influencer André Willer bei Focus.de. Im schlimmsten Fall kann der Akku Feuer fangen oder sogar explodieren.

Komplett leer? Noch gefährlicher

Fast jeder kennt jemanden, der ein oder gleich mehrere alte Handys in einer Lade hortet. Aber Berichte über brennende Geräte sind selten. Trotzdem sollte man sich nicht in Sicherheit wiegen: Die Gefahr ist laut Willer real. "Besonders kritisch ist der Zustand, wenn Akkus entweder vollständig entladen oder vollständig geladen sind. In diesen Extremzuständen steigt die Wahrscheinlichkeit, dass der Akku instabil wird" und sich erhitzt. Dann kann es zum sogenannten thermischen Durchgehen kommen.

Thermisches Durchgehen

Thermisches Durchgehen ("Thermal Runaway") beruht auf chemischen Reaktionen im Akku. Dabei kann es zur Selbstentzündung kommen, die eine Kettenreaktion in Gang setzt. Die entstehende Wärme setzt zusätzliche Energie frei, wodurch sich der Akku weiter erhitzt und die Temperatur immer weiter steigt. In der Folge kann die Batterie Gase ablassen, die sowohl giftig als auch leicht entzündlich sind, oder sie kann sich entzünden bzw. explodieren. Ein besonderes Problem solcher Brände ist, dass der Akku den benötigten Sauerstoff durch die chemischen Prozesse selbst erzeugt – dadurch sind sie nur sehr schwer zu löschen.

Schon kleine Defekte im Inneren reichen aus, um die gefährliche Kettenreaktion zu starten – etwa durch einen alten Sturz oder weil der Akku durch langes Liegen und vollständige Entladung unbemerkt beschädigt wurde.

Warnsignale? Sieht man oft gar nicht

Es gibt zwar Anzeichen, die auf ein bevorstehendes thermisches Durchgehen hindeuten. Aber wenn das Handy in einer Lade vergessen wird, registriert das niemand.

Diese Anzeichen können sein:

  • Aufblähen: Besonders kritisch ist es, wenn sich der Akku sichtbar ausdehnt. Das erkennt man daran, dass sich das Gehäuse nach außen wölbt und das Smartphone nicht mehr flach aufliegt. In diesem Fall sollte man sofort reagieren, denn wird die Akkuhülle beschädigt, kann Sauerstoff eindringen – im schlimmsten Fall droht ein Brand.
  • Hitze: Wird ein eigentlich ausgeschaltetes Smartphone plötzlich heiß, besteht ebenfalls Handlungsbedarf – unabhängig davon, ob sich die Wärme im ganzen Gerät oder nur punktuell zeigt.
  • Geruch: Auch ungewöhnliche Gerüche sind ein Warnsignal. Nimmt man etwa einen süßlichen oder chemischen Geruch wahr, kann das auf austretendes Elektrolyt aus der Akkuzelle hindeuten. Gleiches gilt für Rauch – auch er weist auf ein Problem hin.

"Alte Handys nicht jahrelang aufbewahren"

Willer empfiehlt bei alten Handys – und auch bei anderen Geräten mit Lithium-Ionen-Akku: Lieber auf Nummer sicher gehen. Sein Rat: "Alte Handys nicht jahrelang aufbewahren", sondern sie "möglichst zeitnah und fachgerecht entsorgen." Auch Swiss Recycle sieht das so. Laut dem nationalen Kompetenzzentrum für Recycling solltest du alte Geräte entweder zu einem Händler für Elektro- und Elektronikgeräte bringen oder bei einer Handy-Sammelstelle abgeben.

{title && {title} } red, {title && {title} } 04.05.2026, 22:21
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