Noch bevor die klassischen Termine der Eisheiligen überhaupt erreicht sind, verdichten sich in diesem Jahr die Hinweise: 2026 könnte die letzte Kältephase des Frühjahrs bereits deutlich früher aufgetreten sein als gewohnt.
Traditionell werden die Eisheiligen zwischen 11. und 15. Mai verortet – benannt nach Mamertus, Pankratius, Servatius, Bonifatius und der "Kalten Sophie". In dieser Zeit drohen laut Bauernregeln die letzten Fröste des Frühjahrs, weshalb empfindliche Pflanzen erst nach den Eisheiligen ins Freie gestellt oder gepflanzt werden.
Doch schon seit Jahren zeigt sich: Diese Regel ist weniger stabil, als ihr Ruf vermuten lässt. Statistisch tritt die Kälte im Mai zwar weiterhin auf, aber nicht zwingend genau an diesen Tagen – und mittlerweile oft deutlich abgeschwächt.
Heuer mehren sich die Anzeichen, dass sich die typische Kälteperiode nach vorne verschoben hat. Meteorologische Einschätzungen gehen davon aus, dass der markante Temperaturrückgang Ende April, der nachts vielerorts Temperaturen um die null Grad Celsius gebracht hat, der letzte Spätfrost war.
In der Woche des 11. bis 17. Mai rechnet das europäische ECMWF-Modell hingegen mit milden Werten, die mehrere Grade über dem Durchschnitt liegen sollen. Damit sind frostige Nächte zu den offiziellen Eisheiligen nach jetzigem Stand eher unwahrscheinlich. Dazu soll es außerdem trocken bleiben.
Ein möglicher Grund: großräumige Veränderungen in der Atmosphäre. So wird etwa ein ungewöhnlich früher Zusammenbruch des Polarwirbels als Auslöser diskutiert, der Kaltluft früher nach Europa lenken kann.
Zudem verändert der Klimawandel nicht nur Durchschnittstemperaturen, sondern auch die zeitliche Verteilung von Kälteereignissen. Langjährige Daten zeigen, dass sich der letzte Frosttermin in vielen Regionen nach vorne verschiebt – teils um ein bis zwei Wochen. Gleichzeitig werden klassische Kälteeinbrüche seltener und weniger intensiv, verschwinden aber nicht vollständig.