Tiefkühlbeeren sind praktisch und beliebt – schnell aus dem Gefrierfach in den Mixer oder ins Müsli. Doch was viele nicht wissen: Rohe TK-Beeren können gefährliche Krankheitserreger wie Noroviren oder Hepatitis-A-Viren enthalten.
Das Tückische daran: Diese Erreger überleben auch die Minusgrade im Tiefkühler problemlos und werden nach dem Auftauen wieder aktiv.
"Durch das Einfrieren finden nicht nur die Früchte, sondern auch anhaftende Viren ideale Bedingungen vor, um sich nach dem Auftauen den Menschen als Wirt zu suchen", erklärt Mathias Schemmerer von der Uniklinik Regensburg, wie utopia.de berichtet.
Vor allem ältere Menschen, Schwangere, Babys und kleine Kinder sowie Personen mit geschwächtem Immunsystem sind gefährdet. Für sie können die Erreger ernsthafte Erkrankungen auslösen.
Die Lösung ist einfach: Die Beeren vor dem Verzehr erhitzen. Beim Kochen oder Backen – etwa in Blaubeermuffins – werden mögliche Erreger zuverlässig abgetötet.
Die Verunreinigungen können verschiedene Ursachen haben: Düngemittel, verunreinigtes Waschwasser oder infizierte Personen bei der Ernte. Auch zunehmende Starkregenereignisse und Überschwemmungen begünstigen die Verbreitung der Viren.
Da Beeren bodennah wachsen, kommen sie leichter mit Krankheitserregern in Kontakt. Hinzu kommt: Viele TK-Beeren stammen aus dem Ausland. "Etwa 30 Prozent der zu uns importierten Beeren kommen aus potenziellen Risikogebieten", erklärt Professor Jürgen Wenzel von der Uniklinik Regensburg.
Bei Tiefkühlgemüse wie Spinat oder Brokkoli ist das Risiko geringer, da dieses vor dem Einfrieren blanchiert wird. Dennoch sollten Risikogruppen auch TK-Gemüse sicherheitshalber erhitzen.