Gerade an heißen Tagen gibt es kaum etwas Erfrischenderes als eine Handvoll Erdbeeren, Himbeeren oder Heidelbeeren. So verlockend das auch ist: Bevor du zugreifst, solltest du den Beeren unbedingt eine kurze Dusche gönnen. Denn was sauber aussieht, ist nicht automatisch frei von Keimen oder Rückständen.
Ob Erdbeeren, Heidelbeeren oder Brombeeren – auf der Oberfläche können sich Schmutz, Keime oder Rückstände von Pflanzenschutzmitteln befinden. Deshalb gilt: Frische Beeren sollten vor dem Verzehr immer kurz unter kaltem, fließendem Wasser abgespült werden.
Dabei ist allerdings nicht nur das "Wie", sondern auch das "Wann" entscheidend. Wer die Früchte direkt nach dem Einkauf wäscht und anschließend feucht im Kühlschrank lagert, sorgt dafür, dass sie deutlich schneller schimmeln. Deshalb empfiehlt es sich, Beeren erst unmittelbar vor dem Essen zu waschen und danach gut abtropfen zu lassen.
Auch wenn hartnäckige Verschmutzungen Sorgen bereiten: Seife, Spülmittel oder gar Desinfektionsmittel haben auf Beeren nichts verloren. Die empfindlichen Früchte können Rückstände aufnehmen, die später mitgegessen werden.
Immer wieder werden auch Hausmittel wie Essig oder Natron empfohlen. Laborstudien zeigen zwar, dass sich damit teilweise mehr Pestizidrückstände entfernen lassen als mit Wasser allein. Dafür sind jedoch oft hohe Konzentrationen und lange Einwirkzeiten nötig – im Haushalt ist das weder praktikabel noch sinnvoll. Zudem werden die empfindlichen Früchte dadurch schnell weich und verlieren an Qualität.
Wie vorsichtig Beeren gewaschen werden sollten, hängt auch von ihrer Sorte ab. Heidelbeeren sind vergleichsweise robust. Eine Studie im Fachjournal Foods zeigt, dass unter fließendem Wasser bis zu 97 Prozent bestimmter Parasiten entfernt werden können. Wichtig ist jedoch, die Früchte nicht kräftig zu reiben, da die natürliche helle Wachsschicht sie vor dem Austrocknen schützt.
Empfindlicher sind dagegen Himbeeren und Brombeeren. Durch ihre vielen kleinen Vertiefungen lassen sie sich schwieriger reinigen. Je nach Erreger konnten in Untersuchungen lediglich 39 bis 84 Prozent der Parasiten entfernt werden. Deshalb sollten diese Früchte besonders schonend und nur ganz kurz abgespült werden. Bei Erdbeeren empfiehlt es sich außerdem, das grüne Blättchen erst nach dem Waschen zu entfernen. So nehmen die Früchte weniger Wasser auf und bleiben länger aromatisch.
Viele gehen davon aus, dass Einfrieren Keime zuverlässig abtötet. Das stimmt jedoch nicht. Bakterien und manche Krankheitserreger überstehen die Kälte problemlos.
Das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung empfiehlt deshalb, Tiefkühlbeeren vor dem Verzehr gründlich zu erhitzen. Wer sie für Smoothies, Desserts oder Müslis verwenden möchte, sollte sie zunächst aufkochen und anschließend wieder abkühlen lassen. Waschen allein reicht hier nicht aus.