Das Handy liegt am Badesee in der Sonne, begleitet dich durch den heißen Arbeitstag oder steckt stundenlang in der Hosentasche. Während wir bei Temperaturen jenseits der 30 Grad nach Schatten suchen, geraten oft auch unsere Handys an ihre Belastungsgrenze. Wer sie dann falsch abkühlt, riskiert allerdings mehr Schaden als Nutzen.
Die vergangenen Wochen waren in vielen Teilen Europas außergewöhnlich heiß. Auch in Österreich lagen die Temperaturen deutlich über dem langjährigen Durchschnitt. Doch nicht nur der menschliche Körper leidet unter der Hitzewelle – auch Smartphones und Tablets reagieren empfindlich auf extreme Temperaturen. Steigt die Hitze zu stark an, kann das Gerät langsamer werden, Apps schließen sich plötzlich oder das Display zeigt eine Warnmeldung an. Damit soll verhindert werden, dass wichtige Bauteile beschädigt werden.
Wer glaubt, ein überhitztes Smartphone im Kühl- oder Gefrierschrank rasch herunterkühlen zu können, sollte diesen Gedanken sofort verwerfen. Durch diesen starken Temperaturunterschied kann gefährliches Kondenswasser entstehen.
Die Feuchtigkeit kann ins Geräteinnere gelangen und dort elektronische Bauteile sowie Kontakte angreifen. Korrosion ist die Folge – im schlimmsten Fall entsteht ein irreparabler Schaden.
Besonders empfindlich reagiert der Akku auf große Hitze. Wird er dauerhaft zu warm, kann seine innere Struktur Schaden nehmen. In manchen Fällen bläht sich der Akku sichtbar auf. Im schlimmsten Fall droht ein sogenannter "Thermal Runaway", bei dem der Akku überhitzt und Feuer fangen kann.
Fällt ein aufgeblähter Akku auf, sollte das Smartphone sofort ausgeschaltet werden. Anschließend empfiehlt es sich, das Gerät in einem feuerfesten Behälter aufzubewahren und von einem Fachbetrieb überprüfen zu lassen. Defekte Akkus gehören keinesfalls in den Restmüll, da von ihnen Brandgefahr ausgehen kann.
Statt zu drastischen Maßnahmen zu greifen, sollte das Smartphone langsam abkühlen. Lege es an einen schattigen, gut belüfteten Ort und entferne, wenn möglich, die Schutzhülle, damit die Wärme besser entweichen kann. Während des Abkühlens solltest du auf leistungshungrige Apps, Gaming oder das Aufladen verzichten. Erst wenn das Gerät wieder seine normale Temperatur erreicht hat, sollte es weiter genutzt werden.
Im "futurezone"-Interview verrät Handy-Reparaturprofi Haris Bilal vom Wiener Reparaturshop "Wir Reparieren Es", dass er vermehrt in den Sommermonaten Hitzeschäden beobachtet. Besonders häufig sieht er zwischen Juni und September Smartphones mit aufgeblähten Akkus.