Ein Frühstück auf dem Balkon, ein Brunch im Garten oder das Picknick im Park – an heißen Sommertagen gibt es kaum etwas Schöneres, als unter freiem Himmel zu essen. Doch was für uns nach Entspannung klingt, wird für viele Lebensmittel schnell zum Problem. Denn schon nach kurzer Zeit in der Sonne können sich gefährliche Keime vermehren.
Steigen die Temperaturen auf über 30 Grad, haben Bakterien ideale Bedingungen. Bereits bei Zimmertemperatur können sich aus wenigen Salmonellen innerhalb weniger Stunden Tausende Keime entwickeln. Hohe Luftfeuchtigkeit und Wärme beschleunigen diesen Prozess zusätzlich.
Besonders empfindlich sind tierische Lebensmittel. Milch, Joghurt, Topfen, Frischkäse, rohe Eier, Fleisch, Fisch und Meeresfrüchte sollten deshalb konsequent gekühlt werden. Gleiches gilt für Mayonnaise, cremige Dips oder sahnige Desserts. Schon der Transport vom Supermarkt nach Hause sollte an heißen Tagen möglichst in einer Kühltasche oder Kühlbox erfolgen.
Viele unterschätzen, wie schnell Lebensmittel draußen verderben. Bereits beim gemütlichen Frühstück auf der Terrasse oder dem ausgedehnten Brunch im Garten können gekühlte Speisen problematisch werden, wenn sie längere Zeit ungekühlt in der Sonne stehen.
Deshalb empfiehlt es sich, Lebensmittel möglichst im Schatten aufzubewahren und immer nur kleine Portionen aus dem Kühlschrank zu holen. Statt die gesamte Packung Frischkäse, Wurst oder Dip auf den Tisch zu stellen, sollte lieber nachgefüllt werden. Wichtig ist außerdem, empfindliche Speisen möglichst rasch zu verzehren.
Besonders tückisch ist, dass verdorbene Lebensmittel häufig völlig normal aussehen. Denn Krankheitserreger wie Salmonellen, Campylobacter, Listerien oder Yersinien lassen sich weder sehen noch riechen oder schmecken.
Wer belastete Lebensmittel isst, riskiert eine Lebensmittelvergiftung mit Übelkeit, Bauchkrämpfen, Erbrechen oder Durchfall. Für die meisten Menschen klingen die Beschwerden nach einigen Tagen wieder ab. Für Schwangere, ältere Menschen, Kleinkinder und Personen mit geschwächtem Immunsystem können solche Infektionen jedoch deutlich schwerwiegender verlaufen.
Dass hohe Temperaturen die Gefahr zusätzlich erhöhen, zeigt auch eine Metastudie, die 44 internationale Untersuchungen ausgewertet hat. Bereits ein Temperaturanstieg von 15 auf 25 Grad erhöht in gemäßigten Klimazonen die Zahl der Salmonellen- und Campylobacter-Infektionen deutlich. Besonders ab Temperaturen über 20 Grad nimmt das Risiko spürbar zu.
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt, an besonders heißen Tagen auf Speisen mit rohem Ei wie Mayonnaise, Tiramisu oder Zabaione sowie auf rohes Fleisch möglichst zu verzichten. Fleisch sollte stets vollständig durchgegart werden.
Ebenso wichtig ist die Küchenhygiene: Grillzangen, Messer oder Teller, die mit rohem Fleisch in Kontakt gekommen sind, sollten nicht für fertige Speisen verwendet werden. Das Bundesinstitut für Risikobewertung warnt, dass Krankheitserreger so leicht auf bereits verzehrfertige Lebensmittel übertragen werden können.
Wer bei Sommerhitze auf eine durchgehende Kühlung achtet, Speisen nicht stundenlang in der Sonne stehen lässt und empfindliche Lebensmittel rasch verzehrt, kann das Frühstück im Freien oder den Grillabend trotzdem unbeschwert genießen.