Wer am vergangenen Freitag durch den Garten der Klimt-Villa in Hietzing spazierte, wurde von süßen Düften, bunten Picknickdecken und jeder Menge Mehlspeisen empfangen. Auf rund 6.000 Quadratmetern ging dort Österreichs erstes Kuchen-Picknick über die Bühne – und lockte mehr als 80 begeisterte Hobbybäcker und Naschkatzen an.
Das aus Kalifornien stammende Konzept hat damit nun auch Österreich erreicht. Voraussetzung für die Teilnahme: ein selbstgebackener Kuchen und die Lust, ihn mit anderen zu teilen.
Was 2024 als kleine Idee einer Hobbybäckerin in Kalifornien begann, hat sich inzwischen zu einem internationalen Trend entwickelt. In vielen Städten kommen mittlerweile hunderte, teils sogar mehr als 1.000 Menschen zu Kuchen-Picknicks zusammen.
Initiator der Wiener Premiere war die Traditionsmarke Fini’s Feinstes. "Es gibt zwei Dinge im Leben, die mehr und schöner werden, wenn man sie teilt: Liebe und Kuchen", sagt Harald Lang, Marketingleiter von Fini’s Feinstes. "Gerade die Liebe zu Mehlspeisen gehört in Österreich einfach dazu."
Auf der langen Kuchentafel reihten sich Klassiker und moderne Kreationen aneinander. Neben Marillenkuchen, Erdbeerrouladen und Eierlikör-Gugelhupf fanden sich auch Zitronenkuchen, Kirsch- und Heidelbeervariationen sowie aufwendig dekorierte Cheesecakes.
DAUER
50 Minuten
30 Min. Zubereitung, 20 Min. Backzeit
Besonders begehrt war eine Matcha-Erdbeer-Torte, die laut Veranstaltern innerhalb kürzester Zeit vergriffen war. Für Aufmerksamkeit sorgte auch ein Mohnkuchen mit dem Klimt-Motiv "Der Kuss". Ein weiterer Publikumsliebling: Čupavci, der traditionelle Kokos-Schoko-Kuchen vom Balkan.
Für viele Teilnehmer stand weniger das Backen als das Miteinander im Mittelpunkt. So brachte Alexandra R. ihren Marmorgugelhupf nach einem Familienrezept mit. "Das Rezept für meinen Marmorgugelhupf habe ich noch von meiner Oma. Ich freue mich, meinen Gugelhupf heute mit so vielen Menschen zu teilen", erzählt sie.
Auch die jüngsten Gäste kamen auf ihre Kosten. Die vierjährige Hanna zeigte sich beeindruckt: "Ich habe noch nie so viel Kuchen auf einmal gesehen." Ihre Favoriten: Schoko-Brownies und Erdnussbutter-Würfel.
Die Wahl des Veranstaltungsortes war kein Zufall. Die Klimt-Villa gilt als einer der bedeutendsten Künstlerorte Wiens. Hier arbeitete Gustav Klimt zwischen 1911 und 1918 an mehreren seiner wichtigsten Werke.
Zwischen historischen Rosenstöcken, Blumenkränzen und sommerlicher Gartenatmosphäre entstand ein außergewöhnliches Ambiente. Besucher konnten sich neben dem Kuchenbuffet sogar eigene Blumenkränze binden.
Dass ausgerechnet Österreich ein fruchtbarer Boden für den Trend ist, überrascht kaum. Laut den Veranstaltern werden hierzulande jährlich mehr als 80 Millionen Kuchen gebacken. Damit ist der Kuchen die beliebteste Mehlspeise des Landes.