Jährlich landen in Österreich bereits in der Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion rund 288.800 Tonnen Lebensmittel nicht auf dem Teller. Gleichzeitig steigt der Bedarf an Lebensmittelspenden bei Sozialmärkten und karitativen Einrichtungen.
Abhilfe schaffen soll nun der offiziell gestartete "Kostbar Markt". Die Online-Plattform wurde vom Landwirtschafts- und Umweltministerium (BMLUK) beauftragt und nach einer Pilotphase seit Anfang 2026 nun im Rahmen einer Lebensmittelübergabe beim Wiener Hilfswerk eröffnet.
Der "Kostbar Markt" wird von "Unverschwendet" betrieben und vernetzt landwirtschaftliche Betriebe, Produzenten und den Handel mit gemeinnützigen Organisationen. Überschüssige Lebensmittel sollen so schneller bei Menschen ankommen, die sie dringend benötigen.
Umweltminister Norbert Totschnig (ÖVP) erklärt: "Lebensmittel sind ein kostbares Gut und gehören auf den Teller, nicht in den Müll. Mit dem Kostbar Markt sorgen wir dafür, dass überschüssige Lebensmittel aus der Landwirtschaft und der Lebensmittelproduktion rasch und unkompliziert dort ankommen, wo sie dringend gebraucht werden. So bekämpfen wir Lebensmittelverschwendung, entlasten Sozialeinrichtungen und schaffen einen Mehrwert für alle Beteiligten. Ich freue mich, dass wir mit dem Team von Unverschwendet einen Partner gefunden haben, um dieses Angebot erfolgreich umzusetzen."
Laut Ministerium stehen viele soziale Einrichtungen vor einem Problem: Supermärkte haben ihre Warenplanung verbessert, wodurch weniger genusstaugliche Überschüsse für Spenden anfallen. Gleichzeitig steigt die Nachfrage nach Lebensmitteln.
In der Landwirtschaft und Produktion bleiben hingegen oft Lebensmittel wie gebrochene Karotten, Marillen mit Schalenfehlern oder überschüssige Kartoffeln übrig. Diese benötigen häufig zusätzliche Arbeitsschritte wie Waschen, Sortieren, Verpacken oder den Transport, bevor sie weitergegeben werden können.
Die Plattform soll genau diese Lücke schließen. Anbieter und gemeinnützige Organisationen können sich kostenlos registrieren und überschüssige Lebensmittel anbieten oder übernehmen. Vermittelt werden unter anderem Retourware, Restposten, Fehletikettierungen, Fehlfüllungen sowie Obst und Gemüse aus Nachernten.
Seit Beginn der Pilotphase wurden laut Ministerium mehr als 4.000 Tonnen überschüssige Lebensmittel angeboten. Davon konnten bereits 824 Tonnen – das entspricht rund 1,6 Millionen Mahlzeiten – an mehr als 80 gemeinnützige Organisationen in ganz Österreich vermittelt werden.