Künftig sollen die Unterrichtsgegenstände "Medien und Demokratie" sowie "Informatik und Künstliche Intelligenz" in den Lehrplan aufgenommen werden. Das sieht ein neues Schulpaket vor, das Bildungsminister Christoph Wiederkehr (Neos) im Bildungsausschuss präsentiert hat.
Mit den neuen Fächern soll unter anderem die Kritikfähigkeit der Schüler gestärkt werden. Außerdem sollen sie Grundlagen im Umgang mit Künstlicher Intelligenz erwerben und mehr über Algorithmen, Programmierung, Privatsphäre und Cybersecurity lernen.
Auch in anderen Unterrichtsfächern sollen neue Inhalte Platz finden. Dafür soll es laut Wiederkehr eine "sanfte Reduktion" bestehender Stunden geben. Wo gekürzt wird, soll weitgehend den Schulen selbst überlassen bleiben. Eine Abschaffung des Lateinunterrichts schloss der Bildungsminister ausdrücklich aus.
Das Gesetzespaket sieht außerdem vor, den neuen Pflichtgegenstand "Digitale Grundbildung" auch bei nachträglichen Pflichtschulabschlüssen zu berücksichtigen. Zudem soll das geplante Kopftuchverbot für Schülerinnen bis 14 Jahre nicht bereits am 1. September, sondern erst mit dem Beginn des Schuljahres 2026/27 in Kraft treten.
Bereits im Bildungsausschuss stimmten FPÖ und Grüne gegen die Novelle. FPÖ-Abgeordneter Hermann Brückl kritisierte am Dienstag im Nationalrat die Reform scharf. Brückl sieht das neue Gesetz als "Anschlag auf Qualität und geistiger Freiheit unserer Jugend".
"Anstatt Qualität zu sichern, Herr Bundesminister, kapitulieren Sie wieder und senken das Niveau bzw. die Anforderungen in verschiedenen Bereichen", so der FP-Abgeordnete. "Viel zu viele Jugendliche beherrschen nicht einmal mehr die elementarsten Grundlagen. Anstatt die Probleme an der Wurzel zu packen, wird versucht abzulenken und man flüchtet sich in modische Überschriften und benennen den Informatik-Unterricht um."
Auch die Grünen bemängeln das Gesetz. Sigrid Maurer kritisiert, dass in "letzter Sekunde" eine Änderung "reingeschwindelt" wurde. Die Grünen-Klubobfrau beklagt, dass die genauen Unterrichtsinhalte noch nicht feststehen.
Wiederkehr verteidigt sein Vorgehen und kündigte an, dass es bald ein Begutachtungsverfahren zu den Schwerpunkten und Lehrinhalten geben wird.