40 % weniger Niederschlag

Bauern vor Erntebeginn besorgt: 30 % weniger Erträge

Die Situation werde von Tag zu Tag kritischer, warnen Experten. Für viele sei die Lage existenzbedrohend, warnt Landesvize Stephan Pernkopf.
Erich Wessely
24.06.2026, 17:24
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Kurz vor dem Erntebeginn wachsen nicht nur die Weizenähren, sondern auch die Sorgen bei den heimischen Bauern.

Landesvize Stephan Pernkopf zeigte Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig (beide VP) einen Betrieb in Lassee im Marchfeld: "Wir haben hier bis zu 40 Prozent weniger Niederschlag, das bedeutet schlechte Ernteerträge. Gleichzeitig sind die Markterlöse niedrig und die Preise für notwendige Betriebsmittel wie Dünger hoch. Also eine extrem schwierige Situation, die für viele existenzbedrohend ist." Experten rechnen laut Minister Totschnig mit Mindererträgen von bis zu minus 30 Prozent.

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Jeder zweite Acker in NÖ

Jeder zweite Acker Österreichs liegt in Niederösterreich. Landesvize Pernkopf fordert daher einen "Importstopp für Lebensmittel, die nicht unseren Standards entsprechen".

Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig betont: "Die Trockenheit betrifft mittlerweile nahezu ganz Österreich. Unsere Bäuerinnen und Bauern blicken mit großer Sorge auf die anstehende Ernte. Die ersten Ergebnisse bei der Wintergerste liegen bereits deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt, und die aktuelle Hitzewelle verschärft die Situation zusätzlich."

"Situation von Tag zu Tag kritischer"

Auch Lorenz Mayr, Vizepräsident der Landwirtschaftskammer NÖ, warnt: "Die Situation auf Niederösterreichs Feldern und Wiesen wird von Tag zu Tag kritischer. Die Pflanzen stehen unter enormem Stress, das Wachstum ist vielerorts deutlich eingeschränkt und wir müssen uns auf Ertragseinbußen einstellen. Besonders besorgniserregend ist, dass derzeit kein Wetterumschwung in Sicht ist. Um die Landwirtschaft besser gegen solche Extremwetterereignisse abzusichern, braucht es eine Stärkung von Risikoinstrumenten wie Dürreversicherungen und vor allem einen konsequenten Ausbau der Bewässerungsinfrastruktur."

"Agrarmärkte sind volatiler als die Aktienmärkte"

Christian Gasselich, Gemeindebauernratsobmann sagt: "Die Sorgen sind sehr groß, ob und wie lange sich das für die Bauern noch rechnet. Die Agrarmärkte sind volatiler als die Aktienmärkte, dazu kommen Trockenheit und Dürre. Wir hatten seit März nur dreimal mehr als 10mm Regen. Wir brauchen fairen Wettbewerb und Unterstützung."

Gerade das Marchfeld ist als Kornkammer Österreichs bekannt, in Lassee werden rund 4.000 Hektar Ackerland von 36 bäuerlichen Familienbetrieben bewirtschaftet, zwei Drittel der Flächen biologisch. Angebaut werden hauptsächlich Getreide, Gemüse, Erdäpfel etc.

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Doch die Situation ist angespannt, auch wegen des Irankriegs sind die Dünger- und Dieselpreise extrem hoch. Gleichzeitig bleibt bei der Landwirtschaft wenig übrig, von jeder Semmel kommt nur ein Cent bei den Bauern an.

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