Paukenschlag in Purkersdorf: Bürgermeister Stefan Steinbichler (SPÖ) hat am Montag seinen Rücktritt bekannt gegeben – überraschend und mit sofortiger Wirkung. Laut "NÖN" zeigte sich die Opposition vor allem vom Zeitpunkt des Rücktritts überrascht. Steinbichler selbst nannte fehlende Energie und Motivation als Grund für seinen Rückzug. "Heute" berichtete.
Nun rückt Jasmin Klemmer-Schlögl in den Mittelpunkt. Die SPÖ-Stadträtin, Tochter des früheren Langzeit-Bürgermeisters und Ex-Innenministers Karl Schlögl, könnte kommende Woche zur Nachfolgerin gewählt werden. Bis dahin führt Vizebürgermeister Viktor Weinzinger (SPÖ) die Amtsgeschäfte.
Klemmer-Schlögl meldet sich auf Facebook nun selbst zu Wort. "Der kurzfristige Rücktritt unseres Bürgermeisters Ing. Stefan Steinbichler und die an mich gerichtete Frage, für seine Nachfolge zu kandidieren, hat viele Fragen aufgeworfen", erklärt sie. Auch bei ihr selbst habe der Schritt "intensive Überlegungen" ausgelöst.
Leicht habe sie sich die Entscheidung nicht gemacht. "Nach reiflicher Überlegung bin ich jedoch bereit, diesen Schritt zu gehen", stellt Klemmer-Schlögl klar. Zunächst bedankt sie sich bei Steinbichler für dessen Arbeit: "Sein Engagement hat unsere Stadt geprägt und verdient Anerkennung und Respekt."
Politisch will sie einen Neustart ausrufen. Purkersdorf brauche ein neues Miteinander, die Bündelung der Kräfte und einen gemeinsamen Blick auf die Zukunft der Stadt. Persönliche Machtkämpfe lehnt sie ab.
Auch den bekannten Familiennamen spricht Klemmer-Schlögl offen an. "Ja, ich habe einen bekannten Nachnamen. Aber dieser bestimmt weder mein Handeln noch meine Entscheidungen", betont sie. In den vergangenen eineinhalb Jahren als Stadträtin habe sie gezeigt, dass sie mehr sei als eine familiäre Verbindung, sagt sie selbst.
Sollte der Gemeinderat ihr das Vertrauen schenken, will Klemmer-Schlögl "mit Respekt, Engagement und voller Tatkraft" loslegen. Damit steht in Purkersdorf nicht nur ein Machtwechsel, sondern auch ein Generationenwechsel im Rathaus bevor.