80.000 € Schaden im Vorjahr

Graffiti-Ärger – Purkersdorf kämpft mit Vandalismus

Seit 2015 kämpft Purkersdorf mit Graffiti-Sprayern, die Stege und Spielplätze mit Nazi-Parolen verschandeln.
Victoria Carina  Frühwirth
19.03.2026, 05:30
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In Purkersdorf (Bezirk St. Pölten-Land) eskaliert die Graffiti-Welle weiter: Am Wochenende wurden erneut zahlreiche Flächen beschmiert – diesmal auch mit verbotenen NS-Symbolen. Es war die erste größere Graffiti-Attacke dieses Jahr.

Spray-Tour am Wochenende kostet über 5.000 Euro

Betroffen sind unter anderem der Spielplatz auf der Kellerwiese sowie der Bad Säckinger Steg. Laut Polizei wurden dabei neben Schriftzügen auch Hakenkreuze entdeckt! Die Ermittler haben entsprechende Anzeigen aufgenommen und bitten nun um Hinweise aus der Bevölkerung.

Der Schaden ist beträchtlich: Allein das jüngste Wochenende dürfte Kosten von über 5.000 Euro verursacht haben. Besonders aufwendig ist die Reinigung, weil auch Holzflächen betroffen sind, die abgeschliffen werden müssen.

Vermehrt Graffiti-Vandalismus seit 2015

Die aktuelle Serie ist kein Einzelfall. Bereits in den vergangenen Monaten kam es immer wieder zu massiven Schmieraktionen in der Stadt. Dabei wurden Fassaden, Bushaltestellen, Brücken und sogar Schulen beschmiert.

Auch Bürgermeister Stefan Steinbichler (SPÖ) sieht eine besorgniserregende Entwicklung: "Es ist fürchterlich mit den Sprayern! Kaum ist es draußen schöner und die Temperaturen steigen, kommen auch die Sprayer aus ihrem Winterschlaf und es wird gesprüht." Das Problem ziehe sich bereits seit Jahren durch die Gemeinde. Im vergangenen Jahr sei allein durch Graffiti-Zeichen an Privatgebäuden ein Schaden von 80.000 Euro entstanden!

Jugendliche im Fokus

Ermittlungen der Polizei zeigen: Hinter den Spray-Aktionen stecken häufig kleinere Gruppen von Jugendlichen. In der Vergangenheit konnten bereits mehrere Serien aufgeklärt werden.

Um gegenzusteuern, setzt die Stadt nun auf verschiedene Maßnahmen. Neben verstärkten Polizeikontrollen wird auch über Videoüberwachung an öffentlichen Plätzen nachgedacht. Gleichzeitig soll verstärkt Präventionsarbeit geleistet werden – etwa durch Streetworker des Jugendvereins "re:spect" im Gespräch mit Jugendlichen oder durch Lehrkräfte an Schulen.

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Legale Flächen als Lösung?

Bürgermeister Steinbichler überlegt, ob einzelne freigegebene Mauern mit Spray-Erlaubnis eine Lösung gegen boshafte Schandtaten sein könnten. "An diesen grauen Mauern können sich Jugendliche kreativ ausleben. Da kann etwa ein Graffitikünstler eine Schulung halten, wo er den respektvollen Umgang mit Spraydosen erklärt. Ich würde so eine künstlerische Verwirklichung befürworten."

Noch ist das allerdings Zukunftsmusik, denn mögliche Sprayer-freundliche Flächen müssen erst mit dem Jugendstadtrat besprochen und eigene Flächen dezidiert dafür freigegeben werden.

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