So kann unsere Rückkehr zur Normalität aussehen

Die Coronakrise wird uns noch monatelang begleiten. Darin sind sich die Experten sicher. Wir haben uns angesehen, wie eine schrittweise Rückkehr zur Normalität aussehen kann.
"Durchhalten", ist die Parole der Bundesregierung nach einer Woche Lockdown in Österreich. "Durchhalten", vorerst bis nach Ostern. Aber auch dann wird es nicht schlagartig wieder normal, Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) dämpft in dieser Hinsicht jegliche Hoffnung.

Der Idealfall



Nach Ostern könnte - so der Idealfall - "stufenweise das System wieder hochgefahren" werden, so Kurz. Eine eigene Task Force im Bundeskanzleramt entwickelt dieser Tage Pläne, wie das vonstatten gehen kann.

Nach Ostern also alles wieder normal? Ganz und gar nicht. Die Situation werde "dem heutigen mehr ähneln als dem Normalzustand", so Kurz. Lockerungen stellt er zudem nur dann in Aussicht, wenn die Zahlen es erlauben. Am Freitag wird es hier erstmals valides Material geben, heißt es.

Milizsoldaten werden beispielsweise erst Mitte Mai einsatzbereit sein. Die Regierung rechnet intern mit ziemlicher Sicherheit mit einem Zeitraum von mehreren Monaten. Dazu passt auch die Aussage eines Insiders, den die "Kleine Zeitung" zitiert: "Ich hoffe, dass wir zu Weihnachten um den Christbaum sitzen und sagen können: Wir haben es geschafft, und wir haben es gut geschafft."

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Schritt für Schritt



Wer zu träumen wagt, könnte sich vorstellen, dass nach Ostern zumindest Teile der Maßnahmen gelockert werden. Kleinere Geschäfte und Restaurants etwa, könnten wieder aufmachen. Das Ziel wird jedoch weiterhin bleiben, große Menschenansammlungen zu vermeiden. Große Konzerthallen, Opernhäuser oder Baumärkte müssten weiter geschlossen bleiben.

Dass es irgendwann wieder bergauf gehen wird, das sieht man dieser Tage schon in China. Nach Ausbruch des Coronavirus Ende Dezember fährt man nun, Ende März, das öffentliche Leben langsam wieder hoch. Auch die Wirtschaft und Produktion nimmt wieder ihre Arbeit auf. Es herrscht vorsichtiger Optimismus.

Eine düsterere Prognose machen da die Forscher der Uni Basel. Ihre Modelle sagen, dass der Ausnahmezustand erst dann wirklich vorbei sein darf, wenn ein wirksamer Impfstoff verfügbar ist. Hier mehr zu den Modellen.



Immune als Wirtschaftsmotor



Neben der Frage, wie sich die Infektionen klein halten lassen, beschäftigen sich Wissenschaftler auch damit, wie man die Wirtschaft nach so einer Krise wieder zum Laufen bringen kann.

Die drei Ökonomen David Stadelmann, Reiner Eichenberger und Rainer Hegselmann haben dazu das Paper "Corona-Immunität als entscheidende Ressource: Der Weg zurück in die Normalität" verfasst.

Kernaussage dabei: Mit fortschreitender Dauer der Krise könnten jene, die das Virus "überlebt" haben und Antikörper dafür im Blut haben, die Wirtschaft wieder ankurbeln. Sie sind es, die in ein "normales Leben" zurückkehren könnten, ohne andere zu gefährden (weil sie selbst das Virus nicht übertragen können).

Die Wissenschaftler denken über "Immunitätszertifikate" nach, wenn man nachgewiesenermaßen Antikörper im Blut hat. Hier könnten die Schnelltests, die genau so etwas feststellen, sinnvoll sein.

"Es geht darum, dass Genesene helfen können, die Gesellschaft zu retten", formulieren die Forscher. Sie sind sich aber auch eines Gegenarguments bewusst. Eine solche These könnte den Anreiz schaffen, sich bewusst zu infizieren. Was wieder zu mehr schweren Krankheitsverläufen und einer Überlastung des Systems führen würde.

Ein zukünftiger Rückblick



Dass nach der Krise überhaupt nie mehr alles so sein wird, wie es war, das vermuten derzeit viele. Der Trendforscher und Publizist Matthias Horx hat dazu einen Blogartikel verfasst, der derzeit viel geteilt wird.

Werden wir uns zur Begrüßung noch die Hand geben, uns umarmen? Horx entwirft eine "Regnose", einen Rückblick, den wir im Herbst 2020 auf die Sache haben könnten. Sie ist nicht nur negativ.

++ Alle aktuellen Infos zum Coronavirus und Österreich gibt's hier ++

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