Windkraft und Naturschutz

So können Radardaten Zugvögel retten

Forscher zeigen, wie Wetterradare Vogelschwärme erkennen und Windkraftanlagen automatisch abschalten können - bei minimalem Stromverlust.
Technik Heute
12.06.2026, 18:03
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Windkraftwerke sind eine Gefahr für Zugvögel. In Europa sollen rund 25.000 neue Anlagen entstehen, was das Risiko für Kollisionen weiter erhöhen wird. Forscher der Schweizer Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) haben nun untersucht, wie man Vögel besser schützen kann.

Die Wissenschaftler analysierten dazu Daten von Wetterradaren. Diese Systeme messen normalerweise Niederschlag und Wolken, erfassen aber auch größere Vogelschwärme. Weil sie größere Flächen als spezielle Vogelradare abdecken und alle 15 Minuten hochauflösende Daten liefern, sind sie besonders präzise.

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Wie forschung-und-wissen.de berichtet, haben die Radardaten aus Deutschland, Frankreich, Belgien, den Niederlanden und Luxemburg gezeigt: Jede der etwa 42.000 aktiven Windturbinen gefährdet statistisch gesehen knapp 800 Vögel.

Kompromiss zwischen Strom und Vogelschutz

Die Forscher testeten verschiedene Abschaltszenarien. Bei den ersten beiden Varianten sank die Stromproduktion um bis zu 20 Prozent - für Betreiber nicht attraktiv. Das dritte Szenario ist vielversprechender: Hier werden Anlagen nur abgeschaltet, wenn die Zahl möglicher Kollisionen pro erzeugter Kilowattstunde einen Grenzwert überschreitet.

"Überraschend effiziente Kompromisse sind möglich, bei denen nur wenig Energieproduktion verloren geht", so die Forscher. Bei diesem Ansatz sinkt die Stromproduktion nur um 1,2 bis 7,6 Prozent.

Studie soll auf ganz Europa ausgeweitet werden

Die Wissenschaftler planen nun eine europaweite Folgestudie. Sie betonen: Man kann die Zahl der Vogelkollisionen stark reduzieren, wenn man Kraftwerke in Zeiten mit hohem Vogelaufkommen kurz abschaltet - ohne große Einbußen bei der Stromerzeugung.

"Viele Menschen lehnen Windturbinen ab, weil sie glauben, dass diese eine enorme Menge Vögel töten. Ich möchte nachhaltige Energieproduktion und Vogelschutz vereinbaren", erklärt einer der Forscher.

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