Mythos vs. Fakten

Windräder als Vogel-Killer? Das sagt eine Studie

Ein Professor hat die gängigsten Kritikpunkte an Windkraft mit wissenschaftlichen Studien überprüft - und räumt mit Mythen auf.
Technik Heute
10.06.2026, 17:07
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben

Die Debatte um Windkraft ist emotional aufgeladen. Kritiker werfen den Anlagen vor, massenhaft Vögel zu töten, die Gesundheit zu gefährden und Immobilienpreise zu ruinieren. Ein Wissenschaftler hat diese Argumente nun systematisch unter die Lupe genommen.

Prof. Dr. Markus Koschlik hat in einer LinkedIn-Reihe die häufigsten Kritikpunkte an Windkraftanlagen mit wissenschaftlichen Studien und amtlichen Daten abgeglichen. Sein Ziel: zwischen belegten Fakten und unbelegten Annahmen unterscheiden.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

Wie chip.de berichtet, zeigen aktuelle Studien zum Vogelschutz ein anderes Bild als oft behauptet. Zugvögel würden drehende Rotoren großräumig meiden, während Standvögel ihre Reviere kennen und Gefahren ausweichen. Im Vergleich zu Verkehr, Glasflächen oder Hauskatzen sei der Anteil der Windkraft an der Vogelsterblichkeit deutlich niedriger.

Gesundheitsrisiken nicht bestätigt

Auch bei Gesundheitsrisiken gibt der Professor Entwarnung. Die gemessenen Infraschallpegel würden unterhalb der menschlichen Wahrnehmungsschwelle liegen. Der Abrieb von Rotorblättern bestehe aus vergleichsweise groben Partikeln, die nicht lungengängig seien.

Im Straßenverkehr entstünden im Vergleich dazu deutlich größere Mengen gesundheitlich relevanter Partikel, so die Analyse.

Kaum Einfluss auf Immobilienpreise

Beim Thema sinkende Immobilienwerte verweist Koschlik auf Auswertungen aus Deutschland und Dänemark. Diese zeigten nur geringe Preisveränderungen in unmittelbarer Nähe zu Windkraftanlagen. Ab einem Kilometer Entfernung sei kein statistisch signifikanter Einfluss mehr messbar.

Faktoren wie Bauzustand, Verkehrslärm oder Infrastruktur hätten einen deutlich größeren Einfluss auf den Immobilienwert.

CO2-Bilanz eindeutig positiv

Zur Klimabilanz führt der Professor Ergebnisse von Lebenszyklusanalysen an. Moderne Windkraftanlagen verursachen demnach im Betrieb sehr geringe CO2-Emissionen. Die Emissionen aus Herstellung und Bau würden innerhalb kurzer Zeit ausgeglichen.

Koschlik kommt zum Schluss: Windkraftanlagen müssten sorgfältig geplant werden. Viele der häufig genannten Befürchtungen ließen sich jedoch durch vorhandene Daten relativieren. Die größten Herausforderungen lägen weiterhin in den Folgen des Klimawandels.

{title && {title} } tec, {title && {title} } 10.06.2026, 17:07
Jetzt E-Paper lesen