Wer in Wien ein neues Reisedokument benötigt, muss zunächst einen Online-Termin ausmachen. Auf der Webseite der Stadt können bis zu drei Wunsch-Bezirksämter ausgewählt werden. Wie berichtet, kommt es dennoch zeitweise zu längeren Wartezeiten.
Grund dafür ist, dass die Stadt heuer im Zusammenhang mit Pässen vor einer doppelten Herausforderung steht: Auf der einen Seite gilt es während der seit März andauernden Corona-Pandemie absolute Sicherheitsmaßnahmen für die Mitarbeiter und Kunden im Parteienverkehr zu gewährleisten, auf der anderen Seite ist heuer ein echtes "Superpassjahr": 2020 laufen doppelt soviele Reisepässe wie in anderen Jahren.
1.) Persönlichen Wunsch-Termin per Online-Terminreservierungs-Angebot ausmachen. Wenn hier kein Termin frei ist, einfach im Bezirksamt anrufen, es gibt ein Terminkontingent für telefonische und schriftliche Anfragen. Das Telefonat hilft auch, wenn die Zeit schon drängt. "Wir finden immer eine Lösung", verspricht die Stadt.
2.) Ab Antragsstellung dauert der reguläre Pass etwa fünf Werktage, ein Express-Pass zwei bis drei Werktage. In ganz dringenden Fällen kann die Ein-Tages-Express-Variante (Zustellung am nächsten Tag) gewählt werden. Auch die Österreichische Staatsdruckerei läuft auf Hochtouren, um alle Pässe und Personalausweise fristgerecht zuzustellen.
Selbst wenn am Reisetag festgestellt wird, dass der Pass abgelaufen ist, kann in Wien rund um die Uhr ein Notpass ausgestellt werden. Dieser gilt in den meisten Ländern als Ersatz, aber leider nicht in allen. Auf der Seite des Bundesministeriums für auswärtige Angelegenheiten sind alle Länder inklusive ihrer Einreisebestimmungen angeführt.
Trotz Corona-Virus und eingeschränktem Parteienverkehr haben die Magistratischen Bezirksämter allein im Juni 2020 bereits rund 11.500 Pässe und Personalausweise, rund 25.000 Meldevorgänge und über 15.200 Parkpickerlvorgänge erledigt. Dazu kommen die Ausstellungen von Handysignaturen, Lebensbestätigungen, Verlustbestätigungen und Religionsaustritte.
Damit die Bezirksämter weiter ihrer Arbeit nachkommen können, bittet sie nun Entgegenkommen der Wiener:
– Nur wer tatsächlich einen ablaufenden Reisepass für eine Reise braucht oder sonst keinen Ausweis hat, sollte den Reisepass jetzt erneuern. "Sollte keine Auslandsreise anstehen oder diese erst im Herbst erfolgen, empfehlen wir dringend die ruhigeren Monate ab September für die Antragstellung zu nutzen", so Anita Anderl, Leiterin der Servicestelle im Magistratischen Bezirksamt für den 1. und 8. Bezirk.
– Pässe sollten rechtzeitig und nicht in letzter Minute beantragt werden.
– Ein Reisepass kann in jedem Wiener Bezirk aber auch in ganz Österreich, unabhängig vom Hauptwohnsitz, beantragt werden. Ein "Warten" auf einen freien Termin im eigenen Heimatbezirksamt ist also nicht notwendig.
– Viele der täglichen 250.000 Einpendler nach Wien waren es gewohnt, in der Mittagspause einen Sprung auf ein Bezirksamt zur Passbeantragung zu machen. Da dies zur Zeit nicht möglich ist, bittet die Stadt auch an die Bezirkshauptmannschaft des jeweiligen Wohnorts denken.
– Wer den Reisepass als Identitätsnachweise für die Wien-Wahl am 11. Oktober benötigt, kann beruhigt sein. Der nicht länger als fünf Jahre abgelaufene Reisepass kann für die Gemeinderats- und Bezirksvertretungswahl problemlos verwendet werden.
Alle näheren Informationen zur Passausstellung findest Du online hier.