Auf den Schock über den mutmaßlich islamistischen Anschlag folgte eine der größten Fahndungen der vergangenen Jahre. Während Berlin um die Opfer trauerte, suchten Hunderte Polizisten nach dem 21-jährigen Tatverdächtigen Abdul B.
Am Samstagabend gegen 22 Uhr war ein weißer Transporter in der Nähe des CSD-Geländes durch eine Menschenmenge gefahren. Nach bisherigen Erkenntnissen lenkte der Fahrer das Fahrzeug mehrfach gezielt nach links und rechts. Anschließend soll er mit einer Stichwaffe auf Passanten losgegangen sein. Bei der Attacke kam eine Frau ums Leben, zahlreiche weitere Menschen wurden verletzt.
Noch in der Nacht identifizierten die Ermittler einen Verdächtigen. Am frühen Sonntagmorgen veröffentlichte die Berliner Polizei ein Fahndungsfoto des 21-jährigen Abdul Ballout. Nach Angaben des Generalstaatsanwalts soll der Mann Anhänger der Terrormiliz IS gewesen sein. Demnach hatte er in der Vergangenheit versucht, sich dem bewaffneten Kampf in Syrien anzuschließen. Im Mai war er deshalb zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden und musste an einem Deradikalisierungsprogramm teilnehmen.
Während bundesweit nach dem Verdächtigen gesucht wurde und auch Grenzkontrollen liefen, stand Berlin ganz im Zeichen von Trauer und Wut. Zahlreiche Gedenkveranstaltungen fanden statt. Innenminister Alexander Dobrindt bezeichnete die Tat am Sonntagnachmittag als "islamistischen Terroranschlag". Gleichzeitig kündigte Bundesjustizministerin Stefanie Hubig an, dass die Bundesanwaltschaft die Ermittlungen übernehmen werde.
Nach Informationen der Ermittler führte schließlich das Umfeld des Verdächtigen auf seine Spur. Spezialeinsatzkräfte rückten am Sonntagabend zu einer Kleingartenanlage im Berliner Bezirk Spandau aus.
Gegen 18 Uhr erfolgte der Zugriff. Nach Angaben der Berliner Polizei soll der 21-Jährige die Einsatzkräfte mit einer Stichwaffe angegriffen haben. Daraufhin eröffneten die Beamten das Feuer.
Der Vorsitzende des Kleingartenvereins schilderte gegenüber der BILD die dramatischen Minuten: "Zuerst hat die Polizei die Kleingartenanlage abgesperrt. Alle 25 Meter stand ein Beamter mit einer Maschinenpistole. Um 18 Uhr hat man Schüsse gehört, das waren etwa zwei Salven."
Der 21-Jährige wurde bei dem Einsatz schwer verletzt und starb noch in der Gartenlaube. Nach Informationen von BILD soll diese seinem Vater gehören. Mit seinem Tod endete die groß angelegte Fahndung nach dem mutmaßlichen Attentäter.