Geschäft mit der Hoffnung

So locken Finanz-Gurus ihre Opfer in die Falle

Luxusautos, Palmen, Millionärsträume: Social-Media-Gurus versprechen finanzielle Freiheit. Dahinter steckt oft ein teures Schneeballsystem.
Newsdesk Heute
11.04.2026, 19:45
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Die Instagram-Posts gleichen sich: Ein junger Mann, Mitte zwanzig, Sonnenbrille, teures Auto. Palmen im Hintergrund, ein Luxushotel oder ein Jachthafen. Dazu ein Text, dass er vor zwei Jahren noch im Callcenter geschuftet habe. Jetzt sei er Millionär und rühre keinen Finger mehr für sein Geld.

"Finanzielle Freiheit" und "passives Einkommen" sind die Codewörter, mit denen junge Menschen gelockt werden. Das Feindbild: der langweilige Nine-to-five-Job, der nervige Chef, das Hamsterrad des Alltags. Wer noch in einem normalen Arbeitsverhältnis schuftet, macht angeblich etwas falsch.

Wie ntv.de berichtet, tummeln sich in Social Media zahlreiche Angebote, die das Blaue vom Himmel versprechen. "Millionär in sechs Monaten" oder "Leicht Millionär werden" lauten die Versprechen. Der Haken: Man erfährt erst mehr durch kostenlose Live-Calls, private Nachrichten oder teure Mitgliedschaften auf Plattformen.

So funktioniert die Masche

Oft steckt ein Multi-Level-Marketing-System dahinter. Das Prinzip: Man zahlt hohe Monatsbeiträge und verdient nur, wenn man selbst neue Mitglieder wirbt. Das soziale Netz wird zum Vertriebsnetz. Freunde und Bekannte werden zu Zielen der missionarischen Tätigkeiten.

Für wahren Reichtum reicht es nur für das oberste Zehntelprozent. Der Rest steht am Ende der Kette und zahlt drauf. Wer nicht reich wird, bekommt die Schuld zugeschoben: Am eigenen "Mindset" habe es gelegen.

Die psychologische Falle

Experten warnen vor dem Phänomen der "Sunk Cost Fallacy": Je mehr jemand bereits investiert hat, desto schwerer fällt der Ausstieg. Bei dreistelligen Monatsbeiträgen will niemand zugeben, dass es rausgeschmissenes Geld war. So bleiben viele in schädlichen Systemen hängen.

Eine einfache Frage entlarvt das falsche Versprechen: Wenn das System so gut funktioniert, warum muss es so intensiv vermarktet werden? Die Antwort: Der Verdienst der Gurus kommt nicht aus dem Produkt, sondern aus den Abonnements und Provisionen ihrer Anhänger.

{title && {title} } red, {title && {title} } 11.04.2026, 19:45
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