So reagiert Trump auf schlimmste Niederlage seines Lebens

Joe Biden hat das Rennen um das Weiße Haus gewonnen und Donald Trump die schlimmste Niederlage seines Lebens zugefügt. So reagierte dieser darauf.

Kurz vor 18 Uhr mitteleuropäischer Zeit fiel Amerika und dem Rest der Welt ein Stein vom Herzen: Joe Biden hatte laut Hochrechnungen im Staat Pennsylvania und somit das Rennen um das Weiße Haus gewonnen. Der Kandidat der Demokraten wird der 46. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika. Mit 20. Jänner 2021 muss der amtierende Präsident Donald Trump seinen Schreibtisch im Oval Office räumen.

Trump hatte während seines gesamten Wahlkampfes die Spaltung der US-Gesellschaft vorangetrieben und mit allen Mitteln versucht, dem Schreckgespenst Wahlbetrug Form zu verleihen. Die Demokraten würden ihm diese Wahl, die er "haushoch gewonnen" habe einfach "stehlen", Wahlkarten würden falsch oder mehrfach ausgezählt – alles nur um ihn zu stürzen. Das behauptete der Republikaner vehement an verschiedensten Stellen, ohne jemals Beweise dafür vorzulegen. 

Eine knappe Stunde vor dem Bekanntwerden seiner Niederlage schickte Trump noch einen letzten Tweet in die Welt: "ICH HABE DIESE WAHL GEWONNEN, MIT GROSSEM VORSPRUNG!", wetterte er auf seinem Lieblingssprachrohr. Danach herrschte dort lange Sendepause. 

Stattdessen hatte er um 10.30 Uhr Ortszeit einen Jet bestiegen und war Richtung Virginia abgedüst, um dort auf einem seiner Golfplätze Frust abzulassen. Während auf den Straßen vieler Städte gefeiert wurde, Freudentränen flossen und Trump mit "You're fired!" Rufen bedacht wurde, übte dieser lieber seinen Abschlag.

Nach Rechnung von CNN ist es bereits der 410. Tag, den Trump während seiner Amtszeit nicht im Weißen Haus, sondern in einer seiner Liegenschaften verbringt. Gleichzeitig ist es das 299. Mal, dass der US-Präsident seine Eisen für einen Tag auf einem Golfplatz auspackt.

"Sie wollen nicht, dass die Wahrheit ans Licht kommt" – Donald Trump

Erst sehr viel später gab der wohl bald scheidende Präsident ein Kommentar zur wohl größten Niederlage seines Lebens ab. Diese will er wie erwartet nicht wahrhaben, er erkennt Bidens Sieg nicht an: "Die einfache Tatsache ist, dass diese Wahl noch lange nicht vorbei ist", sagte der Mann, der einen Auszählungsstopp für Wahlkarten gefordert hatte, als er selbst noch in Führung lag. 

"Wir alle wissen, warum Joe Biden sich voreilig fälschlicherweise als Sieger ausgibt und warum seine Medienverbündeten so sehr versuchen, ihm zu helfen: Sie wollen nicht, dass die Wahrheit ans Licht kommt", erklärte Trump. "Joe Biden ist nicht als Sieger irgendeines Staates bestätigt, ganz zu schweigen von den stark umkämpften Staaten." 

Seine Aussagen haben zunächst keinerlei rechtliche Auswirkungen, sie markieren aber eine Zuspitzung des politischen Streits um die Wahl. Trump hat in mehreren Bundesstaaten bereits juristische Schritte gegen die Ergebnisse oder die weitere Auszählung abgegebener Stimmen eingeleitet. Er stellt sich als Opfer systematischen Wahlbetrugs dar, ohne stichhaltige Beweise für seine Behauptungen vorzulegen. Er hat bereits angekündigt, sich mit einer ganzen Serie von Klagen bis hinauf zum Obersten Gericht gegen eine Niederlage zu wehren.

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