Erziehung

So schadet Perfektionismus deinen Kindern

Wer als Elternteil alles perfekt machen will, belastet sich selbst und den Nachwuchs. Aktuelle Studien zeigen, warum weniger oft mehr ist.
Technik Heute
10.03.2026, 11:53
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Viele Eltern setzen sich enorm unter Druck: Der Haushalt muss tipptopp sein, die Kinder sollen bestens gefördert werden, jeder Fehler fühlt sich wie ein Versagen an. Doch genau dieses Streben nach Perfektion kann zum echten Problem werden - für Mütter und Väter genauso wie für den Nachwuchs.

"Perfektionistische Eltern neigen dazu, Kinder zu Perfektionisten zu erziehen", warnt die klinische Psychologin Lee. "Das kann das Risiko der Kinder für Depressionen, Ängste, Selbstkritik und Selbstverletzung erhöhen."

Wie Spektrum.de berichtet, zeigt eine 2025 veröffentlichte Studie des Psychologen Konrad Piotrowski von der SWPS-Universität in Warschau: Eltern, die sich am meisten Sorgen um ihre Leistung machen, fühlen sich in ihrer Rolle am schlechtesten. Sie empfinden "größere Unsicherheit, Unzufriedenheit und sogar Bedauern über ihre Entscheidung, Eltern zu werden", so Piotrowski.

Zwei Seiten derselben Medaille

Psychologen unterscheiden zwei Arten von Perfektionismus: das gewissenhafte Streben nach Exzellenz und die ständige Sorge, nicht gut genug zu sein. Bei den meisten Menschen treten beide Seiten gemeinsam auf. "Nur einige wenige Eltern - diejenigen, die hohe persönliche Standards haben und gleichzeitig nur minimale Sorgen oder Selbstzweifel - profitieren von ihrem Versuch, die Besten zu sein", erklärt Piotrowski.

Das Streben nach dem perfekten Familienalltag kann sogar bis zum Burnout führen. Finnische Forscher der Universität Jyväskylä fanden heraus, dass perfektionistische Eltern besonders häufig unter emotionaler Erschöpfung leiden. Auch in Österreich zeigen Umfragen, dass der Leistungsdruck auf Familien stetig zunimmt.

Was wirklich hilft

Entscheidend ist laut Experten, dass Eltern nicht von Zweifeln und Selbstkritik zerfressen werden. Hohe Ansprüche an die Erziehung können sogar von Vorteil sein - solange man sich selbst gegenüber nachsichtig bleibt. Wer etwa auf einen Fehler des Kindes nicht mit Schimpfen, sondern mit Verständnis reagiert, tut beiden Seiten etwas Gutes.

"Wenn ich mir selbst gegenüber nachsichtig bin, wenn ich meinen Kindern Liebe und Akzeptanz entgegenbringe, damit sie lernen, sich ebenfalls so zu behandeln und selbstbewusst Schwierigkeiten und Unsicherheiten zu meistern - dann bin ich der großartige Elternteil, der ich sein möchte", fasst Psychologin Lee zusammen. Wenn du also merkst, dass dich dein eigener Perfektionismus belastet: Weniger Druck auf dich selbst ist der beste erste Schritt.

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