Als Mama kennt man diese Situationen nur zu gut: Das Kind hat nach der Schule oder dem Kindergarten noch Energie für drei weitere Tage – und plötzlich wird das Stiegenhaus, jedes Sofa und jeder freie Meter zum Abenteuerspielplatz.
Genau so eine Szene hat kürzlich im Internet für Diskussionen gesorgt. In einem Mehrfamilienhaus hing plötzlich ein Zettel im Stiegenhaus – verfasst von einem offensichtlich genervten Nachbarn. Darin beschwerte er sich über ein Kind, das täglich zwischen 16 und 18 Uhr den Gang offenbar in eine Rennstrecke verwandelt. "Mit Schuhen. Lauten Schuhen. Schuhen, die klingen wie ein Pferd auf Koffein."
Das Fass zum Überlaufen brachte wohl jedoch eine ganz bestimmte Situation: Am Vortag habe das Kind "47 Mal 'Mama, guck mal'" gerufen – der Nachbar habe sogar mitgezählt, weil er wegen des Lärms nicht arbeiten konnte. Als mögliche Lösung schlug der Verfasser Hausschuhe, Flüstern und ein Hobby im Sitzen vor. Immerhin betonte er, dass das Kind "bestimmt ein wundervoller Mensch" sei.
Auf Social Media ging der Zettel viral. Viele Nutzer zeigen Verständnis für den genervten Nachbarn. Andere erinnern sich daran, wie sie selbst als Kinder durch Stiegenhäuser gerannt sind oder nach der Schule vor Energie kaum stillsitzen konnten.
Als Mama weiß ich, dass Kinder einen natürlichen Bewegungsdrang haben – besonders nach einem langen Tag voller Regeln, Sitzkreise und Hausaufgaben. Dass sie dann rennen und laut sind, lässt sich oft nur schwer unterbinden.
Dennoch bin ich der Meinung, dass Eltern ihren Kindern beibringen sollten, Rücksicht auf Mitmenschen zu nehmen. So wurde ich erzogen und entsprechend ermahne ich mein Kind im Stiegenhaus nicht zu schreien. Genauso wird in der Wohnung nicht gelaufen oder gehüpft, weil ich weiß, wie es den Nachbarn unter uns dabei gehen würde.
Ich schreibe regelmäßig über alle Themen rund ums Mama sein. Was beschäftigt dich gerade? Maile mir gerne an [email protected].
Schließlich würde sich auch eine junge Familie, deren Kind vielleicht gerade schlafen soll, aber nicht kann, weil jemand anderes im Haus laut ist, genauso aufregen. Glaube ich zumindest. Allerdings haben die Worte von Eltern oft nicht den erwünschten Effekt, und es bleibt laut, bis die Wohnungstür ins Schloss fällt. Da würden Mütter manchmal selbst gerne in eine andere Wohnung gehen als die eigene, denn glaubt mir, als Mutter bin ich nicht erst nach dem 47. "Mama" selbst genervt.