Rätsel gelöst

So schnappt die Venusfliegenfalle zu

Forscher haben entschlüsselt, wie die fleischfressende Pflanze Beute in Sekundenbruchteilen fängt. Der Trick liegt in den Zellwänden.
Technik Heute
16.06.2026, 17:59
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Charles Darwin nannte die Venusfliegenfalle einst eine der "wunderbarsten" Pflanzen der Welt. Kein Wunder: Während andere Pflanzen eher träge sind, schnappt sie in nur einer Zehntelsekunde zu. Wie das möglich ist, war lange ein Rätsel.

Jetzt haben Forscher um Yoel Forterre von der Universität Aix-Marseille den Mechanismus entschlüsselt. Die Wände der Zellen an der Außenseite der beweglichen Blätter werden blitzschnell weich, wenn ein Insekt in die Falle krabbelt.

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Wie spektrum.de unter Berufung auf das Fachmagazin "Science" berichtet, können sich dadurch die Blätter verformen und das "Maul" der Pflanze blitzschnell zuschnappen. Der Biomechaniker Simon Poppinga vom Botanischen Garten der TU Darmstadt nennt die Studie "atemberaubend und sehr elegant".

Wasser ist zu langsam

Bisher gab es zwei Theorien: Entweder wandert Wasser schnell durch das Blatt, oder die Zellwände werden weich. Experimente zeigten nun, dass Wasser 30 bis 150 Sekunden brauchen würde, um durch das Blatt zu wandern - viel zu langsam für das Zuschlagen in Sekundenbruchteilen.

Die beiden über ein Scharnier verbundenen Blätter der Pflanze sind im offenen Zustand nach außen gekrümmt und stehen unter Spannung. Wenn ein Insekt die Härchen im Inneren berührt, löst ein elektrischer Impuls das Zuschnappen aus.

Noch nicht alle Rätsel gelöst

Was genau die Zellwände weicher macht, ist allerdings noch unklar. Eine Vermutung: Nach dem Insektenkontakt setzt die Pflanze einen Cocktail aus Enzymen frei, der die Verbindungen zwischen den Fasern und der Matrix in den Zellwänden schwächen könnte.

Die Venusfliegenfalle wächst auf sehr nährstoffarmen Böden. Um ihren Bedarf an Stickstoff und anderen Mineralstoffen zu decken, fängt und verdaut sie Insekten. Die Entdeckung könnte sogar helfen, flexible Roboter zu entwickeln, die ähnliche Mechanismen nutzen.

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