Wohnzimmer statt Eishalle, Besenstiel oder Eishockey-Stick statt Hantel - die Corona-Krise zwingt die Coaches der spusu Vienna Capitals zur Kreativität. Sie zeigen, wie sie den Nachwuchs der Wiener Eishockey-Cracks trotz der Zwangspause vorbereiten.
Wegen der Ansteckungsgefahr wurde die Eishockey-Saison abgebrochen. Obwohl der Sommer vor der Tür steht, ist das bei den Capitals kein Grund zur Untätigkeit. Besonders die Coaches haben viel zu tun. Es gilt, die Profis, die Alps-Mannschaft und die Nachwuchs-Teams von den U18 Silver Caps abwärts fit zu halten.
Da ist Kreativität gefragt. Konkret schwitzen die Cracks im Online-Training. Die Profis, das Alps-Team und die U18 bekommen die Übungen per WhatsApp-Video und als Sprachnachrichten auf das Handy geschickt. Bei der U16 wird Wert auf Face-to-Face-Kontakt gelegt. Heißt: Von Montag bis Freitag gibt es für die 27 Kaderspieler ab jeweils 9 Uhr Anwesenheitspflicht bei einer Video-Konferenz.
Nachwuchs-Leiter Christian Dolezal erklärt: "Uns ist es wichtig, unsere Nachwuchs-Spieler zu einem bestimmten Zeitpunkt regelmäßig zusammen zu bringen. Nur so bleiben sie weiterhin im Rhythmus. Wir wollen nicht, dass sie in den 'Bleib-zu-Hause-Trägheitsmodus' reinkommen und bis 11 Uhr am Vormittag schlafen und somit den Tag einfach verstreichen lassen."
Mit Athletik-Coach Daniel DeBuigne und Peter Schweda hat Dolezal einstündige Online-Trainingseinheiten ausgetüftelt, bei denen besondere Umstände zu besonderen Maßnahmen führen: "Klarerweise müssen wir kreativ sein", erklärt DeBuigne, der beim technischen Langhantel-Training federführend ist. "Übungen mit gefüllten Wasserflaschen als Gewichte, ein Besenstiel oder Eishockey-Schläger als Langhantel-Ersatz sind keine Seltenheit. Aber es erfüllt seinen Zweck. Unsere Jungs ziehen voll mit und haben Spaß dabei."
Lieber wäre es den Coaches und den Cracks natürlich, wenn man wieder in der Halle und auf dem Eis trainieren könnte. Wann das wieder möglich ist? Derzeit noch offen. "Die Gesundheit aller Coaches und der Spieler ist das Wichtigste", stellt Nachwuchs-Chef Dolezal klar - er hofft trotzdem, seine Spieler bald wieder persönlich trainieren zu können. "Wir sind auch bereit, dafür unter Schutzmaßnahmen das Training zu erweitern. Doch eines ist klar: Es wird sicher nicht in der Erste Bank Arena stattfinden."