So trotzen Sport-Stars der Kälte

"Ich werde mein Gesicht abpicken", sagt Lizz Görgl. Minus 20 Grad wird das Thermometer beim Start der Damen-Abfahrt am Samstag in Garmisch (D) anzeigen.

"Ich werde mein Gesicht abpicken", sagt Lizz Görgl. Minus 20 Grad wird das Thermometer beim Start der Damen-Abfahrt am Samstag in Garmisch (D) anzeigen.

Lindsey Vonn (US) überlegt, sich mit Sturmhaube die 2750 m lange Strecke hinunterzustürzen. –20 Grad fühlen sich nämlich bei 110 km/h wie –55 Grad an. "Die Kälte tut im Gesicht weh. Darum die Maske",erklärt Vonn. Im Bankräuber-Outfit zum 50. Weltcupsieg? "Das wäre doch cool."

Cool! Das richtige Stichwort. Unsere Langläufer rennen heute 300 km nördlich von Moskau in Rybinsk um die Wette – bei –28 Grad! Ist das nicht gefährlich? "Ja", sagt ÖSV-Arzt Peter Baumgartl. Die FIS verbietet deshalb auch Starts ab –20 Grad. Exekutiert wird das aber nicht. Superstar Dario Cologna (Sz) streikt deshalb beim "Foltern der Lungenflügel".

Die lange Unterhose ist bei den Skispringern in Val di Fiemme (It) tabu. "Unser Material ist aufs Fliegen ausgerichtet", so Andi Kofler im Heute-Talk. "Anzug, Schuhe – bei uns ist nichts isoliert.Wir bibbern schon bei 0 Grad. Die sechs Sekunden in der Luft sind nicht das Problem. Es ist die Zeit vorm Sprung – die Kälte macht dich steif. Vaseline hilft ja nur gegen die Kälte im Gesicht."

Schwacher Trost für die "Adler": Beim Heimspringen der Damen in Hinzenbach ist es noch kälter.Am besten hat es noch Skicrosser Andy Matt. Sein Rennanzug ist nicht nur wenige Millimeter dick wie der von Klaus Kröll. Der "Bulle" fährt heute 26 Minuten mit dem Sessellift zum Abfahrtsstart. "Beim Start bin ich trotzdem heiß."

Martin Huber

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