AGES warnt Österreich

So verderben TikTok & Co. Kindern den gesunden Appetit

Immer mehr Kinder sehen online Food-Content, der nicht harmlos ist. Eine aktuelle Broschüre zeigt, wie stark Werbung ihr Essverhalten prägen können.
Maria Ratzinger
21.04.2026, 22:48
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Was Kinder auf TikTok, YouTube oder Instagram sehen, bleibt nicht ohne Folgen. Eine aktuelle Broschüre des "Fonds Gesundes Österreich", verfasst von Autoren der AGES, warnt davor, wie stark soziale Medien das Ernährungsverhalten junger Menschen beeinflussen können.

Im Fokus stehen dabei nicht nur offensichtliche Werbespots, sondern auch versteckte Produktplatzierungen, Influencer-Inhalte und Trends rund um Essen, Körperbilder und Diäten. Besonders heikel: Rund ein Viertel der Beiträge auf TikTok, YouTube und Instagram bewirbt laut der Broschüre Lebensmittel und Getränke.

Junk-Food wird Kids schmackhaft gemacht

Der Großteil davon ist alles andere als kindgerecht. 70 Prozent dieser Produkte sind laut österreichischem Nährwertprofil nicht für Kinderwerbung geeignet, nur 3 Prozent sind überhaupt klar als Werbung gekennzeichnet.

Beworben werden vor allem genau jene Produkte, die Eltern eher nicht täglich auf dem Speiseplan sehen wollen: Süßigkeiten, salzige Snacks, süße Getränke, Energydrinks und Fast Food.

Laut Broschüre sollten weltweit bis zu 93 Prozent der beworbenen Lebensmittel nach den Kriterien der WHO gar nicht an Kinder vermarktet werden, weil sie zu viel Fett, Zucker oder Salz enthalten.

Ungesunde Kinder durch Social-Media-Konsum

Nicht nur, weil man beim Scrollen am Sofa seine Zeit versitzt, statt sich zu bewegen, sondern auch wegen der vorgespielten Inhalte werden ungesunde Essgewohnheiten für Kinder interessanter.

Die Auswirkungen sind auch direkt messbar. Kinder, die Werbung für ungesunde Lebensmittel in sozialen Medien sehen, essen danach mehr und nehmen laut der Broschüre 32 Prozent mehr Kalorien auf als Kinder ohne diese Werbekontakte. Werbung für gesunde Lebensmittel zeigte diesen Effekt nicht.

Die AGES-Broschüre beschreibt, dass Social Media langfristig den Geschmack und die Gewohnheiten mitprägen kann. Je länger Kinder soziale Medien nutzen, desto stärker sei die Vorliebe für süße, fettige und salzige Lebensmittel. Gleichzeitig sinkt die Akzeptanz für bittere Geschmacksrichtungen, wie sie etwa bei vielen Gemüsesorten vorkommen.

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