Ein Mann namens Denis A., der mutmaßlich für eine geheime Einheit des russischen Geheimdienstes arbeitete, sitzt derzeit in Kolumbien fest und wartet auf seine Auslieferung in die USA. Sein Fehler: Er nutzte Google Translate, um mit einem Auftragnehmer zu kommunizieren.
Der mutmaßliche Agent hatte über längere Zeit mit einem serbischen Handlanger namens Darko D. in den USA kommuniziert. Bei einem früheren Treffen in einem Moskauer Restaurant soll er diesem 60.000 Dollar in bar übergeben haben - als Anzahlung.
Laut Spiegel.de berichtete das Investigativportal "The Insider" über den Fall. Für jede Zielperson auf einer Wunschliste des russischen Geheimdienstes, deren Aufenthaltsort der Handlanger herausfand, sollte dieser 1,5 Millionen Dollar erhalten.
Das Problem für den mutmaßlichen Agenten: Das FBI konnte offenbar auf die Google-Translate-Historie zugreifen. Die Übersetzungen der beiden Männer wurden so zum Beweis gegen sie.
Der Fall zeigt die Abhängigkeit Europas von US-Digitaldiensten. Was heute Kreml-Agenten trifft, könnte morgen auch andere betreffen - etwa wenn die US-Regierung beschließt, diese Werkzeuge gegen Verbündete einzusetzen.
Als Alternative zu Google Translate empfiehlt sich der Kölner Dienst DeepL. Auch sonst gibt es für viele US-Dienste europäische Alternativen: Signal statt WhatsApp, Mastodon statt X, Wero statt PayPal.