Mehr als drei Millionen Dokumente aus den Epstein-Akten gab das US-Justizministerium am Freitag frei. Darunter zahlreiche Fotos und Videos, die nun ausgewertet werden. Die britische "Daily Mail" will nun aus "Geheimdienstquellen" erfahren haben, dass es sich bei Epsteins Mädchenring um die "weltweit größte Honigfallen-Operation des russischen Geheimdienstes KGB" bzw. dessen Nachfolgeorganisation FSB gehandelt haben soll.
Das Ziel sei dabei gewesen, belastendes Material über einflussreiche Persönlichkeiten zu erhalten, um diese zu erpressen. Um an "russische Mädchen" zu gelangen soll Epstein langjährige Verbindungen zur russischen Unterwelt unterhalten haben, so die "Daily Mail".
Ähnliche Vorwürfe waren bereits früher auch über US-Präsident Trump aufgetaucht, der lange Zeit ein gutes Verhältnis zu Epstein pflegte, das nach seinen eigenen Angaben aber in den letzten Jahren vor Epsteins Tod in einer Gefängniszelle (2019) zerrüttet gewesen sein soll.
Laut Angaben der "Daily Mail" würden die nun veröffentlichten drei Millionen Dokumente 1.056 Mal den Namen "Putin" enthalten. Der Ort Moskau soll 9.629 Mal vorkommen. Epsteins angebliche Kontakte zur russischen organisierten Kriminalität sollen auch erklären, warum er "offenbar problemlos Frauen aus Russland einfliegen konnte", schlussfolgert die "Daily Mail".
In den am Freitag vom US-Justizministerium veröffentlichten Epstein-Akten tauchen erneut zahlreiche prominente Namen auf: Vom ehemaligen Prinzen Andrew, der in weiteren Fotos mit Minderjährigen schwer belastet wird, über Elon Musk, der sich nach der "wildesten Party" erkundigte (dann aber absagte), bis hin zu "Virgin"-Milliardär Richard Branson, der Epstein in einem Mail darum bat, dass dieser seinen "Harem" zu ihm mitbringe.
Auch US-Handelsminister Howard Lutnick kommt durch die neuen Veröffentlichungen in Bedrängnis. Er hatte bisher bestritten, Epstein getroffen zu haben. Die neuen Enthüllungen deuten jedoch darauf hin, dass er 2012 auf Epsteins Insel gewesen ist.
Die bei den Treffen mit einflussreichen Persönlichkeiten entstandenen Bildaufnahmen sollen dann in die Hände des FSB, der Nachfolgeorganisation des berüchtigten Sowjet-Geheimdienstes KGB, gelangt sein, mutmaßte bereits 2021 der Investigativjournalist Craig Unger in seinem Buch "American Kompromat: How the KGB Cultivated Donald Trump, and Related Tales of Sex, Greed, Power, and Treachery". Demnach habe Putin auch gegen Trump belastendes Material in den Händen.
Nun veröffentlichte E-Mails legen zudem nahe, dass Epstein mindestens ein Mal auch Russlands Präsident Putin persönlich getroffen hat. Das Treffen soll laut E-Mails im September 2011 stattgefunden haben. Zu diesem Zeitpunkt war Epstein bereits als Sexualstraftäter wegen der Prostitution Minderjähriger verurteilt. Ob es zu einem zweiten Treffen kam, das 2014 geplant war, geht aus den E-Mails nicht eindeutig hervor.