Abfrage und Weitergabe von personenbezogenen Daten, Amtsmissbrauch, Spionage für Russland, 50.000 Euro in einem Mc-Donalds-Papiersackerl – die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft Wien gegen den Ex-BVT-Beamten Egisto Ott sorgten am Donnerstagvormittag für Aufsehen.
Kurz vor der Mittagspause am Wiener Landl bekannte sich Ott dann "nicht schuldig" – eine Stellungnahme gab es am Vormittag aber nicht. Erst nach der Pause meldete sich der Angeklagte selbst zu Wort.
Die Aussagen, dass er pleite und hasserfüllt gewesen sei, stritt er vehement ab. "Hass zerfrisst die Seele und ich lasse mir meine Seele nicht zersetzen", so der ehemalige Verfassungshüter. Danach gab er einen Einblick in seinen Lebenslauf, beginnend mit der Geburt in Kärnten bis hin zu seiner langjährigen Arbeit bei der Polizei.
Die Anschuldigungen wies er anschließend erneut von sich zurück und betonte, dass er schon mehrmals angeklagt, aber immer freigesprochen worden sei.
Er fühle sich verfolgt und erzählte von Stürmungen seines Hauses durch Cobra-Beamte. Die hätten zudem Fenster eingeschlagen und seinen damals vierjährigen Enkel ein Gewehr an die Stirn gehalten. In weiterer Folge bezeichnete sich Ott als "Staatsfeind Nummer 1".
Bezüglich der Abfragen zu personenbezogenen Daten erklärte er: "Ich hatte Aufträge dazu." Er sei für die Beschaffung von Informationen beauftragt worden und das Hauptaugenmerk sei Linksextremismus, aber auch Spionage gewesen.
Außerdem sei das Abfragen von Melderegistern oder dem Grundbuch für alle Staatsbürger ganz einfach, erklärte Ott weiter. Gegenüber der Anschuldigung, dass er Unterlagen, die er sich illegal beschaffen habe, ausgedruckt zu Hause aufbewahren haben soll, argumentierte er: "Wenn das illegal gewesen wäre, glauben sie, dass ich so dumm bin, das aufzubehalten?"