Am 12. Februar heißt es in der Staatsoper wieder "Alles Walzer". Ein Pflichttermin ist der Opernball für Bundespräsident Alexander Van der Bellen und seine Ehefrau Doris Schmidauer. Traditionell hat er auch einen oder mehrere Gäste mit dabei. Ob das in diesem Jahr auch so bleibt, ist noch in Schwebe, so die Präsidentschaftskanzlei auf "Heute"-Anfrage.
Fix nicht vertreten ist Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP). Er verpasst damit seine Premiere als Regierungschef am Ball der Bälle. Der Grund seiner Verhinderung: Er nimmt an diesem Tag an einem informellen EU-Rat in der Nähe von Brüssel teil. Thema ist die Wettbewerbsfähigkeit der Union.
"In den vergangenen Jahren haben wir hier spürbar an Boden verloren – gegenüber den USA, China und anderen Akteuren, insbesondere bei Wachstum und Innovation", heißt es aus dem Bundeskanzleramt. Die wirtschaftliche Stärke der EU sei jedoch das Fundament für eine starke und wehrhafte Europäische Union in einer turbulenten Welt.
Stockers Vertreter in der Staatsoper ist Alexander Pröll, ÖVP-Staatssekretär im Bundeskanzleramt. Wie bei Van der Bellen ist auch bei ihm noch nicht sicher, ob er von einem nationalen oder internationalen Gast begleitet wird.
Außenministerin Beate Meinl-Reisinger (Neos) lässt sich das Staatsgewalze nicht entgehen. Und wird dort in diplomatischer Mission unterwegs sein. Immerhin hat sie ihre Amtskolleginnen aus Albanien und von den Philippinen zu Gast.
ÖVP-Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer lässt den Opernball aus. Den Wirtschaftsflügel deckt an seiner Stelle Innovations- und Verkehrsminister Peter Hanke (SPÖ) ab. Gäste wird der laut seiner Sprecherin nicht mitbringen. Das Wirtschaftsministerium ist dennoch in der Staatsoper vertreten. Staatssekretärin Elisabeth Zehetner (ÖVP) repräsentiert dort den Tourismusstandort.
Und die Landeschefs? Wiens Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) ist traditionell ein Opernball-Geher. Das ist in diesem Jahr nicht anders. Er wird auch einen Gast mithaben. Wer das sein wird, ist aber (noch) ein gut gehütetes Geheimnis. Mit dabei ist auch Oberösterreichs Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP). Er trifft unter anderem Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer.
Die niederösterreichische Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner dagegen hat den Ball nicht in ihrem Kalender eingetragen. Im Vorjahr war das anders. Da war sie mit besonderem Herzklopfen dort. Der Grund: Ihre jüngere Tochter Larissa debütierte. Das hatte auch schon ihre ältere Schwester Anna im Jahr 2019 getan.
Ob der zuständige Kulturminister Andreas Babler (SPÖ) Zeit für den Künstlerball finden wird, war nicht in Erfahrung zu bringen. Eine entsprechende Anfrage in seiner Pressestelle blieb bislang unbeantwortet.