Heftige Regenfälle zu Wochenbeginn und danach folgende Überschwemmungen haben den Grand-Prix-Klassiker von Imola unmöglich gemacht. Am Mittwoch entschloss sich auch die Formel 1 dazu, den Großen Preis abzusagen. Die Sicherheit von Fans, Teams und nicht zuletzt dem Personal der Formel 1 könne nicht gewährleistet werden, hieß es vonseiten der Rennserie.
Die Situation in der betroffenen Region ist ohnehin dramatisch genug. Zufahrtsstraßen sind überschwemmt und gesperrt, vereinzelt standen Häuser bereits unter Wasser. Eine Absage war alternativlos. Auch, weil sogar bereits das Formel-2-Fahrerlager überflutet war, die Teams mit ihren Aufbauarbeiten nicht hinterherkamen.
Der Große Preis der Emilia Romagna ist somit ersatzlos gestrichen. Im dicht gedrängten Rennkalender gibt es keine Chance, den Grand Prix nachzuholen. Zu eng getaktet sind die Europa-Rennen bis zur vierwöchigen Sommerpause, da war kein Platz mehr. Deshalb werden in der Saison, die eigentlich mit 24 Rennen die längste der Formel-1-Geschichte werden soll, Stand jetzt nur 22 Grands Prix ausgetragen.
Die Absage hat freilich auch Auswirkungen auf die Formel 1 selbst, verursacht einen Millionenschaden. Nachdem die verheerenden Regenfälle als "höhere Gewalt" gelten, muss der Promoter der Rennstrecke das Antrittsgeld nicht an die Formel 1 zahlen. Hier ist von etwa 30 Millionen Euro die Rede. Rennpromoter zahlen Millionenbeträge an die Motorsport-"Königsklasse", können das Geld dann mit Ticketverkäufen wieder einnehmen. Für die Formel 1 sind diese 30 Millionen Euro nun verloren. Die Streckenbetreiber hoffen derweil, eine Vertragsverlängerung zumindest bis 2026 zu erhalten.
Deutlich mehr ins Geld würde eine vergleichbare Rennabsage bei den neuen Strecken in der arabischen Welt oder in Nordamerika gehen. Denn diese Promoter zahlen ein wesentlich höheres Startgeld. Bei Dschidda ist von bis zu 90 Millionen Euro die Rede – also das Dreifache. Imola gehört zu den Strecken, die eines der geringsten Antrittsgelder zahlen muss.
Den tausenden Motorsport-Fans entsteht derweil kein Schaden, sie werden alle ihr Geld zurückerhalten.
Schon in der kommenden Woche, am Pfingstsonntag, steht dann das nächste Rennen auf dem Programm: Der Grand-Prix-Klassiker von Monaco.