Die Musikbranche steht vor einer Revolution: Künstliche Intelligenz produziert mittlerweile Songs am Fließband. Die großen Streaming-Dienste wie Spotify, Apple Music und Deezer wollen nun mit speziellen Labels für Transparenz sorgen.
Der Streamingdienst Deezer machte im Juni 2025 den Anfang und kennzeichnete vollständige KI-Titel mit einem Label. Songs von KI wurden daraufhin von den Empfehlungslisten und Tantiemenzahlungen ausgeschlossen. Apple Music und Tidal zogen nach.
Marktführer Spotify will ab Mitte September 2026 sogenannte KI-Personas ausweisen, wie t3n unter Berufung auf MIT Technology Review berichtet. Der Fokus liegt dabei auf den Accounts, nicht auf den einzelnen Musikstücken selbst.
Die Zahlen sind beeindruckend: Laut Deezer wurden im Juni 2026 täglich 90.000 KI-generierte Titel hochgeladen. Das entspricht mehr als 50 Prozent aller täglichen Uploads auf der Plattform.
Die internationalen Branchenverbände haben sich auf zwei Labels geeinigt: "KI-generiert" und "KI-unterstützt". Als KI-generiert gilt ein Stück bereits, wenn etwa der Leadgesang oder zentrale Instrumentalparts per Prompt erzeugt wurden.
Das Kennzeichnungssystem hat allerdings noch Lücken: Songtexte und Kompositionen werden derzeit nicht erfasst. Ein Musikstück kann also vollständig von einem KI-Modell komponiert worden sein - solange Menschen singen und die Instrumente spielen, muss es nicht gekennzeichnet werden.
Die Labels sollen ähnlich wie die bekannten "Explicit Lyrics"-Warnaufkleber auch in die Cover integriert werden. Die Branchenverbände betonen jedoch, dass sie sich nicht gegen den Einsatz von KI in der Musik aussprechen - Transparenz sei das Ziel.