KI-Musik auf dem Vormarsch

So will Spotify KI-Musik kennzeichnen

Mehr als die Hälfte aller neuen Songs bei Deezer sind KI-erzeugt. Jetzt reagieren Streaming-Plattformen mit neuen Kennzeichnungen.
Technik Heute
10.09.2026, 09:07
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk

Die Musikbranche steht vor einer Revolution: Künstliche Intelligenz produziert mittlerweile Songs am Fließband. Die großen Streaming-Dienste wie Spotify, Apple Music und Deezer wollen nun mit speziellen Labels für Transparenz sorgen.

Der Streamingdienst Deezer machte im Juni 2025 den Anfang und kennzeichnete vollständige KI-Titel mit einem Label. Songs von KI wurden daraufhin von den Empfehlungslisten und Tantiemenzahlungen ausgeschlossen. Apple Music und Tidal zogen nach.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

Marktführer Spotify will ab Mitte September 2026 sogenannte KI-Personas ausweisen, wie t3n unter Berufung auf MIT Technology Review berichtet. Der Fokus liegt dabei auf den Accounts, nicht auf den einzelnen Musikstücken selbst.

Über 50 Prozent sind KI-Songs

Die Zahlen sind beeindruckend: Laut Deezer wurden im Juni 2026 täglich 90.000 KI-generierte Titel hochgeladen. Das entspricht mehr als 50 Prozent aller täglichen Uploads auf der Plattform.

Die internationalen Branchenverbände haben sich auf zwei Labels geeinigt: "KI-generiert" und "KI-unterstützt". Als KI-generiert gilt ein Stück bereits, wenn etwa der Leadgesang oder zentrale Instrumentalparts per Prompt erzeugt wurden.

Noch Lücken im System

Das Kennzeichnungssystem hat allerdings noch Lücken: Songtexte und Kompositionen werden derzeit nicht erfasst. Ein Musikstück kann also vollständig von einem KI-Modell komponiert worden sein - solange Menschen singen und die Instrumente spielen, muss es nicht gekennzeichnet werden.

Die Labels sollen ähnlich wie die bekannten "Explicit Lyrics"-Warnaufkleber auch in die Cover integriert werden. Die Branchenverbände betonen jedoch, dass sie sich nicht gegen den Einsatz von KI in der Musik aussprechen - Transparenz sei das Ziel.

tec,10.09.2026, 09:07